
Berlin, 4. Januar 2026 (JPD) – Die Zahl der Erstanträge auf Asyl in Deutschland ist im Jahr 2025 deutlich gesunken. Nach aktuellen Angaben lag die Zahl bei 113.236 Anträgen und damit rund 51 Prozent unter dem Vorjahreswert. Im Vergleich zu 2023 entspricht dies einem Rückgang um etwa 66 Prozent.
Damit setzt sich ein seit 2024 beobachteter Trend fort. Während im Jahr 2024 noch 229.751 Menschen erstmals Asyl beantragten, waren es 2023 insgesamt 329.120. Die Entwicklung markiert den niedrigsten Stand der vergangenen drei Jahre und deutet auf eine spürbare Entlastung der Asylverwaltung hin.
Bundesregierung verweist auf Kurswechsel in der Migrationspolitik
Die Bundesregierung führt den Rückgang auf eine Neuausrichtung der Migrations- und Asylpolitik zurück. Genannt werden unter anderem Zurückweisungen an den deutschen Grenzen, das Aussetzen des Familiennachzugs in bestimmten Fallkonstellationen sowie Änderungen im Staatsangehörigkeitsrecht. Auch eine Verringerung sogenannter Pullfaktoren und eine Steigerung von Rückführungen seien Teil dieses Ansatzes.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt erklärte, die Maßnahmen zeigten Wirkung. Deutschland sende ein klares Signal, dass der Zugang zu Schutz und Aufenthalt stärker an rechtliche Voraussetzungen gebunden werde. Personen ohne Schutzanspruch sollten demnach nicht einreisen, während ausreisepflichtige Straftäter konsequent das Land verlassen müssten.
Deutliche Unterschiede im Jahresvergleich
Die Zahlen verdeutlichen die Dynamik der Entwicklung. Innerhalb von zwei Jahren ist die Zahl der Erstanträge um mehr als 215.000 zurückgegangen. Beobachter sehen darin ein Indiz für veränderte Migrationsbewegungen ebenso wie für eine restriktivere Anwendung des geltenden Asyl- und Aufenthaltsrechts.
Wie nachhaltig der Rückgang ist und welche Auswirkungen er auf europäischer Ebene haben wird, bleibt abzuwarten. Die Bundesregierung wertet die aktuellen Daten jedoch als Bestätigung ihres migrationspolitischen Kurses.