Wohnungsbau: Baugenehmigungen steigen 2025 um 10,8 Prozent

Wiesbaden, 18. Februar 2026 (JPD) – Nach drei Jahren rückläufiger Entwicklung sind die Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland wieder gestiegen. Wie das Statistisches Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden im Jahr 2025 insgesamt 238.500 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Anstieg um 23.200 Wohnungen oder 10,8 Prozent gegenüber 2024, als die Zahl auf den niedrigsten Stand seit 2010 gefallen war.

In den Zahlen sind sowohl Neubauwohnungen als auch Wohnungen enthalten, die durch Um- oder Ausbauten bestehender Gebäude entstehen. Die Zahl der Baugenehmigungen gilt als Frühindikator für die künftige Bauaktivität und die Entwicklung am Wohnungsmarkt.

Neubau treibt Anstieg – Mehrfamilienhäuser legen deutlich zu

Die Zahl der genehmigten Neubauwohnungen erhöhte sich 2025 um 12,6 Prozent auf 198.100 Einheiten. Demgegenüber stieg die Zahl der durch Umbaumaßnahmen genehmigten Wohnungen nur moderat um 2,7 Prozent auf 40.400. Der Aufwärtstrend konzentrierte sich damit klar auf den Neubausektor.

In neu errichteten Wohngebäuden wurden insgesamt 194.200 Wohnungen genehmigt, ein Plus von 13,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei Einfamilienhäusern aus, deren Zahl um 17,2 Prozent auf 44.500 zunahm. Zweifamilienhäuser verharrten mit 12.600 genehmigten Wohnungen nahezu auf Vorjahresniveau.

Den größten Anteil am Neubau hatten Mehrfamilienhäuser. Hier genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 128.100 Wohnungen, 12,1 Prozent mehr als 2024. Damit entfielen rund zwei Drittel der genehmigten Neubauwohnungen auf diese Gebäudeart. Auch bei neuen Wohnheimen wurde ein deutlicher Zuwachs verzeichnet.

Unternehmen und Privatpersonen dominieren – öffentliche Hand mit Rückgang

Rund 95 Prozent der Genehmigungen für Neubauwohnungen entfielen auf Unternehmen und Privatpersonen. Unternehmen beantragten 108.800 neue Wohnungen und steigerten ihr Volumen um 14,6 Prozent. Privatpersonen erhielten Genehmigungen für 79.200 Neubauwohnungen, ein Plus von 14,9 Prozent. Dagegen sank die Zahl der Genehmigungen, die auf Bauanträge der öffentlichen Hand zurückgehen, um 23,2 Prozent auf 6.900 Wohnungen.

Im Bereich der Nichtwohngebäude war die Entwicklung rückläufig. Der umbaute Raum als zentraler Indikator für die Bauaktivität verringerte sich 2025 um 5,2 Prozent auf 183,1 Millionen Kubikmeter. Besonders stark betroffen waren Warenlager-, Fabrik- und Anstaltsgebäude. Zuwächse gab es hingegen bei Handels- und landwirtschaftlichen Betriebsgebäuden.

Die veröffentlichten Baugenehmigungszahlen erlauben eine frühzeitige Einschätzung der künftigen Bautätigkeit. Aussagen über tatsächliche Fertigstellungen und den Bauüberhang werden mit den für Mai 2026 angekündigten Zahlen zu den Baufertigstellungen erwartet.

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