
Wiesbaden, 19. Januar 2026 (JPD) – Die deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen haben sich im Jahr 2025 spürbar abgeschwächt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) exportierte Deutschland von Januar bis November Waren im Wert von rund 135,8 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten. Das entsprach einem Rückgang von 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stiegen die Importe aus den USA um 2,2 Prozent auf 86,9 Milliarden Euro.
Damit entwickelte sich der Handel mit den Vereinigten Staaten schwächer als der deutsche Außenhandel insgesamt. Die gesamten deutschen Exporte legten im selben Zeitraum leicht um 0,5 Prozent auf 1.444,3 Milliarden Euro zu, während die Importe insgesamt um 4,2 Prozent auf 1.260,8 Milliarden Euro stiegen. Vor diesem Hintergrund verlor der US-Markt für Deutschland relativ an Bedeutung.
Exportüberschuss mit den USA auf niedrigstem Stand seit 2021
Der Exportrückgang und das Importplus ließen den deutschen Exportüberschuss im Handel mit den USA in den ersten elf Monaten 2025 auf 48,9 Milliarden Euro schrumpfen. Das ist der niedrigste Wert für diesen Zeitraum seit dem Pandemiejahr 2021. Im Vorjahreszeitraum hatte der Überschuss noch 64,8 Milliarden Euro betragen. Trotz des Rückgangs blieben die Vereinigten Staaten das Land, mit dem Deutschland weltweit weiterhin den höchsten Handelsbilanzüberschuss erzielte.
Besonders deutlich fielen die Einbußen bei wichtigen Exportgütern aus. Wichtigste Warengruppe blieben Kraftwagen und Kraftwagenteile, deren Ausfuhren in die USA jedoch um 17,5 Prozent auf 26,9 Milliarden Euro sanken. Auch Maschinen verzeichneten mit minus 9,0 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro einen spürbaren Rückgang. Leicht zulegen konnten dagegen pharmazeutische Erzeugnisse, deren Exporte um 0,7 Prozent auf 26,2 Milliarden Euro stiegen. Ebenfalls rückläufig waren Ausfuhren von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen, elektrischen Ausrüstungen und chemischen Produkten.
Mehr Importe aus den USA – China wieder wichtigster Handelspartner
Auf der Importseite spielten pharmazeutische Erzeugnisse die größte Rolle. Ihre Einfuhren aus den USA stiegen von Januar bis November 2025 um 8,1 Prozent auf 13,7 Milliarden Euro. Deutlich nahmen auch die Importe sonstiger Fahrzeuge wie Luft- und Raumfahrzeuge, Schienenfahrzeuge oder Schiffe zu, die um 26,5 Prozent auf 11,2 Milliarden Euro kletterten. Zuwächse gab es zudem bei elektronischen und optischen Erzeugnissen, während die Einfuhren von Erdöl und Erdgas, chemischen Erzeugnissen sowie Maschinen zurückgingen.
Wegen der geringeren deutschen Exporte verloren die USA ihre im Vorjahr gewonnene Position als wichtigster Handelspartner Deutschlands wieder an China. Der gesamte Außenhandelsumsatz mit den Vereinigten Staaten belief sich von Januar bis November 2025 auf 222,8 Milliarden Euro. China kam im selben Zeitraum auf rund 230,8 Milliarden Euro, vor allem aufgrund eines hohen Importvolumens aus der Volksrepublik.
Während der deutsche Handel mit den USA schwächer verlief, entwickelte sich der Handel der Europäischen Union mit den Vereinigten Staaten dynamischer. Die EU-Staaten steigerten ihre Exporte in die USA um 4,7 Prozent auf 515,9 Milliarden Euro, wobei das Plus nahezu vollständig auf stark gestiegene irische Ausfuhren zurückging. Auch die EU-Importe aus den USA wuchsen um 4,9 Prozent auf 325,8 Milliarden Euro. Der Exportüberschuss der EU gegenüber den USA erhöhte sich damit auf 190,1 Milliarden Euro, getragen vor allem von stark wachsenden Pharmaexporten.