
Wiesbaden, 13. März 2026 (JPD) Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im Jahr 2025 weiter gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes registrierten die Amtsgerichte 24.064 beantragte Insolvenzverfahren von Unternehmen. Das entspricht einem Anstieg um 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nachdem die Fallzahlen bereits 2024 und 2023 jeweils um mehr als 20 Prozent zugenommen hatten. Eine höhere Zahl an Firmeninsolvenzen war zuletzt 2014 mit 24.085 Fällen verzeichnet worden.
Die Statistik berücksichtigt nur Verfahren, zu denen bereits eine erste Entscheidung des Insolvenzgerichts vorliegt. Der tatsächliche Insolvenzantrag erfolgt in vielen Fällen etwa drei Monate früher. Während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 hatte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen mit 32.687 Fällen einen deutlich höheren Stand erreicht.
Weniger Großinsolvenzen trotz steigender Fallzahlen
Die von den Amtsgerichten gemeldeten Forderungen der Gläubiger aus den Unternehmensinsolvenzen beliefen sich 2025 auf rund 47,9 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor hatten sie noch etwa 58,1 Milliarden Euro betragen. Der Rückgang erklärt sich laut Destatis vor allem dadurch, dass 2024 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz angemeldet hatten.
So lag die Zahl der sogenannten Großinsolvenzen mit Forderungen von mindestens 25 Millionen Euro im Jahr 2025 um 15,6 Prozent beziehungsweise 49 Fälle unter dem Vorjahreswert. Trotz der insgesamt gestiegenen Zahl an Insolvenzen fiel die Gesamtsumme der betroffenen Forderungen daher niedriger aus.
Gemessen an der Zahl der Unternehmen lag die Insolvenzhäufigkeit 2025 bei 69 Fällen je 10.000 Unternehmen. Am stärksten betroffen war der Wirtschaftsbereich Verkehr und Lagerei mit 133 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Es folgten das Gastgewerbe mit 108 Fällen, das Baugewerbe mit 104 sowie sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, etwa Zeitarbeitsfirmen, mit 100 Insolvenzen.
Auch im Monatsvergleich setzte sich der Trend fort. Im Dezember 2025 registrierten die Amtsgerichte 2.037 Unternehmensinsolvenzen und damit 13,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Forderungen der Gläubiger summierten sich dabei auf rund 3,6 Milliarden Euro nach 5,8 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Neben den Unternehmensinsolvenzen nahm auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen zu. Im Jahr 2025 wurden 77.219 Verfahren registriert, was einem Anstieg um 8,4 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Allein im Dezember 2025 erfassten die Amtsgerichte 6.278 Verbraucherinsolvenzen und damit 12,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.




