
München, 19. Januar 2026 (JPD) – Unternehmen in Deutschland erwarten von Berufseinsteigern zunehmend mehr als reine Fachkenntnisse. Nach einer aktuellen Personalleiterbefragung von Randstad und dem ifo Institut messen knapp zwei Drittel der Betriebe sozialen Kompetenzen wie Kommunikations- und Teamfähigkeit, Selbstorganisation sowie Verantwortungsbewusstsein besondere Bedeutung bei. Fachkenntnisse gelten dagegen nur noch für knapp jedes zweite Unternehmen als zentrale Voraussetzung für den Berufseinstieg.
Nach Angaben des ifo Instituts spielen zudem Lern- und Anpassungsfähigkeit eine zentrale Rolle. 58 Prozent der befragten Unternehmen nannten diese Fähigkeit als wichtige Kompetenz für Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger. Damit rückt aus Sicht der Arbeitgeber die Bereitschaft, sich schnell auf neue Aufgaben und Arbeitsumfelder einzustellen, stärker in den Vordergrund als formale Qualifikationen allein.
Berufseinstieg im Wandel: KI-Einsatz wächst, Stellen bleiben stabil
Bei den fachlichen Anforderungen stehen weiterhin fachspezifische Grundlagenkenntnisse und digitale Kompetenzen im Fokus der Unternehmen. Deutlich weniger Gewicht messen die Betriebe hingegen Kreativitäts- und Innovationsfähigkeit bei, die lediglich von rund zehn Prozent als besonders relevant genannt wurden. Die Erwartungen konzentrieren sich damit vor allem auf solide Basisqualifikationen in Verbindung mit sozialer und organisatorischer Kompetenz.
Parallel dazu gewinnt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Tätigkeitsfeld von Berufseinsteigern an Bedeutung. Bereits 14 Prozent der Unternehmen nutzen KI, um Aufgaben von Berufsanfängern zu übernehmen. Für die kommenden drei Jahre rechnen sogar 40 Prozent der Betriebe damit, dass KI Tätigkeiten von Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern zumindest teilweise ersetzen oder unterstützen wird.
Trotz des technologischen Wandels bleibt der Arbeitsmarkt für Berufseinsteiger bislang stabil. Bei fast zwei Dritteln der Unternehmen hat sich die Zahl der entsprechenden Stellen in den vergangenen drei Jahren nicht verändert. Auch für die kommenden Jahre erwarten die meisten Betriebe eine gleichbleibende Anzahl von Positionen für Berufsanfänger. Der Berufseinstieg verlagert sich damit weniger quantitativ, sondern vor allem qualitativ in Richtung sozialer Kompetenz und digitaler Anpassungsfähigkeit.