Trotz Mini-Entspannung: Jeder dritte Betrieb in Deutschland ohne genügend Aufträge

München, 29. Januar 2026 (JPD) – Die Auftragslage der Unternehmen in Deutschland entspannt sich nach aktuellen Daten des ifo Instituts nur geringfügig. Rund ein Drittel der Betriebe klagt weiterhin über fehlende Bestellungen. Der Anteil sank zwar leicht von 36,9 Prozent im Oktober auf 36,3 Prozent im Januar, liegt damit aber weiterhin deutlich über dem langfristigen Durchschnitt. Nach Einschätzung der Konjunkturforscher bleibt die Nachfrage in vielen Bereichen der Wirtschaft schwach.

„Die leichte Entspannung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Unternehmen nach wie vor zu wenig Aufträge haben“, erklärte Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. Die schwache Nachfrage belaste breite Teile der Wirtschaft und werde zusätzlich durch hohe Kosten sowie eine nachlassende Wettbewerbsfähigkeit verstärkt. Eine nachhaltige Erholung der Auftragslage sei bislang nicht erkennbar.

Industrie, Dienstleistungen und Handel weiter mit Nachfrageproblemen

In der Industrie blieb der Anteil der Unternehmen mit Auftragsmangel mit 35,9 Prozent nahezu unverändert. Besonders angespannt ist die Lage weiterhin im Maschinenbau, wo der Anteil von 41,4 auf 43,9 Prozent stieg. Auch bei den Herstellern elektronischer und optischer Erzeugnisse nahm der Auftragsmangel deutlich zu und erreichte 46,8 Prozent. In der Automobilindustrie berichtete rund ein Viertel der Unternehmen über eine unzureichende Nachfrage, während sich die Lage bei den Getränkeherstellern spürbar entspannte und der Anteil der betroffenen Betriebe auf 13,6 Prozent sank.

Im Dienstleistungssektor melden die Unternehmen etwas seltener fehlende Aufträge. Der Anteil ging von 33,4 auf 31,1 Prozent zurück. Gleichwohl bleibt die Situation in mehreren Branchen angespannt. Besonders häufig berichten Unternehmensberatungen mit 53,8 Prozent sowie die Werbebranche mit 51,2 Prozent von Auftragsmangel. Auch in der Beherbergung und bei IT-Dienstleistern liegt der Anteil mit jeweils 48,1 Prozent weiterhin auf hohem Niveau.

Im Handel zeigt sich kaum Entlastung. Unter den Großhändlern klagen unverändert rund 62 Prozent über fehlende Aufträge. Bei den Einzelhändlern verschlechterte sich die Situation leicht: Der Anteil stieg von 48,7 auf 51,3 Prozent. Damit meldet weiterhin etwa jeder zweite Einzelhandelsbetrieb eine unzureichende Nachfrage, was die anhaltende Zurückhaltung der Verbraucher widerspiegelt.

Markiert:
Cookie Consent mit Real Cookie Banner