
Wiesbaden, 8. Januar 2026 (JPD) – Der Öffentliche Gesamthaushalt in Deutschland hat in den ersten drei Quartalen 2025 trotz steigender Einnahmen erneut ein hohes Finanzierungsdefizit ausgewiesen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) erhöhten sich die Einnahmen von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,0 Prozent auf 1.490,5 Milliarden Euro, während die Ausgaben um 5,6 Prozent auf 1.598,0 Milliarden Euro zulegten. Daraus ergab sich ein Defizit von 107,6 Milliarden Euro und damit nahezu das Niveau des Vorjahreszeitraums.
Alle Ebenen des Öffentlichen Gesamthaushalts schlossen die ersten drei Quartale mit einem negativen Finanzierungssaldo ab. Den größten Anteil am Gesamtdefizit trug erneut der Bund, zugleich wuchs das Defizit bei den Gemeinden weiter und erreichte einen neuen Höchststand. Auch Länder und Sozialversicherung verzeichneten ein Minus, wenngleich in unterschiedlicher Größenordnung.
Steuereinnahmen steigen, Ausgaben belasten Haushalte weiter
Die Einnahmen aus Steuern und steuerähnlichen Abgaben beliefen sich in den ersten drei Quartalen 2025 auf rund 1.285,8 Milliarden Euro und lagen damit 7,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Zuwächse bei den Beitragseinnahmen der Sozialversicherung sowie bei den Landessteuern trugen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei. Die Einnahmen aus der Grundsteuer blieben nach der Reform bei Gemeinden und Stadtstaaten hingegen weitgehend auf dem Niveau des Vorjahres.
Auf der Ausgabenseite wirkten sich insbesondere steigende Personal- und Sozialausgaben belastend aus. Beim Bund erhöhten sich unter anderem die Zuschüsse an die Sozialversicherung sowie Ausgaben im Zusammenhang mit der Deutschen Bahn. Die Länder verzeichneten einen deutlichen Anstieg der Zinsausgaben, während die Gemeinden sowohl bei den Personalkosten als auch bei Zuweisungen und Zuschüssen kräftige Zuwächse verbuchten, die das Einnahmenwachstum überstiegen.
Die Detailbetrachtung nach Ebenen zeigt eine zunehmende Spreizung der Finanzlage. Während das Defizit der Länder gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich zurückging, weitete sich das Minus bei den Gemeinden auf 28,3 Milliarden Euro aus und übertraf damit bereits das bisherige Rekorddefizit des Gesamtjahres 2024. Die Sozialversicherung konnte ihr Defizit reduzieren, blieb aber ebenfalls im negativen Bereich.