
Wiesbaden, 21. Januar 2026 (JPD) – Der Öffentliche Gesamthaushalt in Deutschland ist weiter gewachsen. Zum Ende des dritten Quartals 2025 belief sich die Verschuldung gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich auf 2.608,8 Milliarden Euro. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Grundlage vorläufiger Ergebnisse mit. Gegenüber dem Vorquartal stiegen die öffentlichen Schulden damit um 2,1 Prozent oder 54,8 Milliarden Euro.
Zum Öffentlichen Gesamthaushalt zählen die Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Gemeindeverbänden sowie der Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte. Der nicht-öffentliche Bereich umfasst Kreditinstitute sowie sonstige in- und ausländische Gläubiger, etwa private Unternehmen im In- und Ausland. Der Schuldenanstieg verteilt sich dabei vor allem auf den Bund und die kommunale Ebene.
Bund treibt Schuldenanstieg, Länder und Kommunen legen ebenfalls zu
Die Schulden des Bundes erhöhten sich zum Ende des dritten Quartals 2025 um 44,0 Milliarden Euro oder 2,5 Prozent auf insgesamt 1.808,4 Milliarden Euro. Einen Teil des Zuwachses verursachte das „Sondervermögen Bundeswehr“, dessen Verschuldung um 17,4 Prozent beziehungsweise 4,9 Milliarden Euro auf 33,2 Milliarden Euro stieg. Damit entfiel der größte Anteil des Gesamtanstiegs erneut auf den Bund.
Die Länder waren zum Stichtag mit 613,9 Milliarden Euro verschuldet. Gegenüber dem Vorquartal entspricht dies einem Plus von 4,1 Milliarden Euro oder 0,7 Prozent. Den stärksten Anstieg verzeichnete Baden-Württemberg mit 8,7 Prozent, gefolgt von Hessen mit 2,8 Prozent und Brandenburg mit 2,5 Prozent. In Baden-Württemberg ist der Zuwachs unter anderem auf eine Kapitalerhöhung beim Energieversorger EnBW Energie Baden-Württemberg AG zurückzuführen. In Hessen nutzten die Länder traditionell das dritte Quartal zur umfangreicheren Kreditaufnahme am Kapitalmarkt, während Brandenburg eine größere Anleihe begab.
Rückläufig entwickelte sich die Verschuldung hingegen in Niedersachsen mit minus 3,6 Prozent, im Saarland mit minus 3,1 Prozent und in Schleswig-Holstein mit minus 2,8 Prozent. In Niedersachsen wurden im Quartal keine neuen Kredite aufgenommen, zugleich aber höhere Tilgungen vorgenommen.
Auch die Gemeinden und Gemeindeverbände bauten ihre Verbindlichkeiten aus. Ihre Schulden stiegen gegenüber dem Vorquartal um 6,7 Milliarden Euro oder 3,7 Prozent auf 186,5 Milliarden Euro. Den höchsten prozentualen Zuwachs meldete Baden-Württemberg mit 13,0 Prozent, gefolgt von Bayern mit 5,3 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern mit 4,4 Prozent. Auch hier wirkte sich die Kapitalerhöhung bei EnBW auf die Statistik aus. Einen Rückgang der kommunalen Verschuldung verzeichnete erneut allein Thüringen mit minus 2,1 Prozent.
Die Sozialversicherung bildete eine Ausnahme. Ihre Verschuldung sank im dritten Quartal 2025 leicht um 0,2 Millionen Euro oder 1,7 Prozent auf 9,6 Millionen Euro. Insgesamt zeigt die Statistik von Destatis, dass der öffentliche Schuldenstand in Deutschland weiter zunimmt, wobei Bund und Kommunen den Anstieg maßgeblich prägen.