IWH meldet Anstieg der Unternehmensinsolvenzen im Februar

Halle, 10. März 2026 (JPD) Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland ist im Februar gestiegen. Laut Analyse des Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) wurden 1.466 Insolvenzen registriert, 5 Prozent mehr als im Januar und 2 Prozent mehr als im Februar 2025. Im Vergleich zum durchschnittlichen Februar der Jahre 2016 bis 2019 liegt die aktuelle Zahl 58 Prozent höher.

Die größten Insolvenzen betreffen zahlreiche Arbeitsplätze: In den größten zehn Prozent der betroffenen Unternehmen entfielen im Februar mehr als 23.000 Stellen auf die Insolvenz, deutlich über dem Vormonat (+38%) und Vorjahresmonat (+22%). Besonders betroffen waren Krankenhäuser, Kliniken und andere Gesundheitsdienstleister, darunter das Klinikum Friedrichshafen mit über 1.500 Beschäftigten.

Frühindikatoren deuten auf weitere Anstiege

Die Frühindikatoren des IWH, die das Insolvenzgeschehen zwei bis drei Monate voraussagen, stiegen im Februar deutlich und erreichten den zweithöchsten Wert seit Beginn der Erhebung 2020. IWH-Leiter Steffen Müller rechnet auf dieser Basis damit, dass im März weiterhin hohe Insolvenzzahlen zu erwarten sind und auch für April und Mai ein weiterer Anstieg wahrscheinlich ist.

Der IWH-Insolvenztrend liefert schneller als die amtliche Statistik belastbare Daten zu Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften. Für seine Analysen wertet das Institut aktuelle Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte aus und verknüpft sie mit Bilanzkennzahlen. Damit erfasst der Trend rund 90 Prozent der von Unternehmensinsolvenzen betroffenen Arbeitsplätze und 95 Prozent der Forderungen, wodurch volkswirtschaftliche Konsequenzen zuverlässig abgebildet werden.

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