
München, 27. Januar 2026 (JPD) – Die Exportaussichten der deutschen Wirtschaft haben sich zum Jahresbeginn leicht verbessert. Nach Angaben des ifo Instituts stiegen die Exporterwartungen im Januar auf minus 1,2 Punkte, nachdem sie im Dezember noch bei minus 3,0 Punkten gelegen hatten. Damit fällt die Skepsis der Unternehmen gegenüber dem Auslandsgeschäft etwas geringer aus, bleibt jedoch insgesamt spürbar. Von einer nachhaltigen Erholung kann nach Einschätzung der Ökonomen bislang nicht gesprochen werden.
„Auch wenn die Unternehmen weniger skeptisch bezüglich ihrer Auslandsgeschäfte sind, bleibt die Unsicherheit hoch“, erklärte Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. Für das erste Quartal 2026 fehlten weiterhin klare Signale für einen belastbaren Aufwärtstrend. Die Entwicklung der Exporte sei stark von der internationalen Konjunktur und geopolitischen Rahmenbedingungen abhängig, die derzeit nur eingeschränkt Planungssicherheit böten.
Industriebranchen mit gemischtem Exportausblick
Besonders die Automobilindustrie sowie Hersteller elektrischer Ausrüstungen blicken laut ifo etwas zuversichtlicher auf ihr Auslandsgeschäft. In beiden Bereichen wird mit wachsenden Exporten gerechnet. Auch in der Metallerzeugung und -bearbeitung lässt der langjährige Pessimismus spürbar nach. Die Exporterwartungen erreichten dort den höchsten Stand seit Februar 2022, wobei sich positive und negative Einschätzungen aktuell die Waage halten.
Ein stabiles, expansives Exportumfeld erwartet zudem die Getränkeindustrie. Dagegen bleiben mehrere Konsum- und Produktionsbereiche zurückhaltend. Hersteller von Bekleidung und Nahrungsmitteln sowie die Druckindustrie rechnen weiterhin mit sinkenden Exporten. Insgesamt zeigt sich damit ein differenziertes Bild: Während einzelne Industriezweige auf eine Belebung der Auslandsnachfrage setzen, fehlt der deutschen Exportwirtschaft insgesamt noch ein klarer Impuls für eine breite Erholung.




