
München, 10. Februar 2026 (JPD) – Die Kapazitätsauslastung der deutschen Wirtschaft ist im Januar 2026 leicht gestiegen. Nach Daten der aktuellen ifo-Konjunkturumfrage wurden die verfügbaren Produktionskapazitäten zu 83,6 Prozent genutzt. Damit setzt sich der seit Mitte 2025 beobachtete Aufwärtstrend fort, auch wenn das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht ist.
Nach Einschätzung des ifo Instituts deutet die Entwicklung auf eine beginnende wirtschaftliche Erholung hin. Der gemessene Auslastungsgrad liegt jedoch weiterhin mehr als zwei Prozentpunkte unter dem langfristigen Durchschnitt von 85,8 Prozent, der auf Erhebungen seit 1991 basiert. ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser erklärte, der konjunkturelle Tiefpunkt sei offenbar überwunden, die Normalisierung verlaufe jedoch bislang nur schrittweise.
Industrie, Bau und Dienstleistungen im Vergleich
Besonders deutlich bleibt die Unterauslastung in der Industrie. Dort lag die Kapazitätsauslastung im Januar bei 77,5 Prozent und damit spürbar unter dem langjährigen Mittelwert von 83,2 Prozent. Innerhalb des verarbeitenden Gewerbes zeigen sich erhebliche Unterschiede: Während die Autoindustrie mit 82,3 Prozent vergleichsweise hohe Werte erreichte, blieben die Textilindustrie mit 70,3 Prozent und die Lederindustrie mit 65,0 Prozent deutlich zurück.
Auch im Bauhauptgewerbe wurden die vorhandenen Kapazitäten nicht vollständig ausgeschöpft. Mit einer Auslastung von 66,6 Prozent lag der Wert unter dem langfristigen Durchschnitt von 69,4 Prozent. Das ifo Institut führt den Rückgang unter anderem auf witterungsbedingte Einschränkungen in den Wintermonaten zurück, die die Bautätigkeit vielerorts bremsen.
Anders stellt sich die Lage im Dienstleistungssektor dar. Hier lag die Kapazitätsauslastung im Januar bei 89,5 Prozent und damit über dem langjährigen Mittel von 88,7 Prozent. Nach Angaben des ifo Instituts passt dieser Befund zur überwiegend positiven Einschätzung der aktuellen Geschäftslage durch die Dienstleistungsunternehmen.
Insgesamt zeigt die ifo-Konjunkturumfrage, dass die deutsche Wirtschaft ihre Produktionskapazitäten wieder stärker nutzt. Gleichzeitig verdeutlichen die Zahlen, dass insbesondere Industrie und Bau noch Abstand zum langfristigen Normalniveau haben und die wirtschaftliche Erholung weiterhin fragil bleibt.




