
München, 12. März 2026 (JPD) Das ifo Institut hat seine Wachstumsprognose für Deutschland wegen des Nahostkriegs nach unten korrigiert. Ein kurzfristiger Anstieg der Energiepreise könnte das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr um rund 0,2 Prozentpunkte gegenüber früheren Erwartungen verringern. Das Institut rechnet nun mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,8 Prozent im Jahr 2026 und von 1,2 Prozent im Jahr 2027.
Nach Einschätzung der Konjunkturforscher dürfte die Inflationsrate bei einem raschen Rückgang der Öl- und Gaspreise auf knapp 2,5 Prozent steigen. Sollten fossile Energiepreise jedoch über längere Zeit auf dem derzeit erhöhten Niveau bleiben, könnte die Teuerungsrate vorübergehend auf nahezu 3 Prozent anziehen. In diesem Szenario würde sich das Wirtschaftswachstum 2026 auf etwa 0,6 Prozent und 2027 auf rund 0,8 Prozent verringern.
ifo sieht Erholung der deutschen Wirtschaft trotz Energiepreisschock
Nach Angaben des Instituts hatte die deutsche Wirtschaft gegen Ende des Jahres 2025 einen Erholungskurs eingeschlagen. Darauf deuteten unter anderem ein deutlicher Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts, eine höhere Kapazitätsauslastung sowie eine verbesserte Auftragslage im Baugewerbe und in der Industrie hin. Trotz möglicher Energiepreisschocks erwarten die Forscher, dass sich diese Erholung im weiteren Verlauf fortsetzt.
Wesentliche Impulse kommen dabei aus dem Inland. Hintergrund sind insbesondere steigende staatliche Ausgaben für Infrastruktur, Maßnahmen zur Klimaneutralität und Verteidigung, die zunehmend konjunkturwirksam werden. Anders als in früheren Aufschwungphasen wird die wirtschaftliche Belebung derzeit nicht durch den Export getragen, da die Warenausfuhren trotz wachsender Wirtschaftsleistung auf wichtigen Absatzmärkten weiter zurückgingen.
Am Arbeitsmarkt zeigt sich die konjunkturelle Entwicklung nach Einschätzung des Instituts zeitverzögert. In allen Szenarien dürfte die Arbeitslosenquote im Jahr 2027 unter dem Niveau von 2026 liegen. Die Zahl der Erwerbstätigen werde jedoch zunächst noch sinken und erst im kommenden Jahr mit der wirtschaftlichen Erholung wieder steigen.






