
Köln, 10. Februar 2026 (PM) – Während die deutschen Importe aus China auch im vergangenen Jahr kräftig gestiegen sind, brachen die gegenläufigen Exporte nach Fernost deutlich ein, zeigen Auswertungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Dahinter stecken unlautere Methoden.
Die Importe aus China haben den Wert der dorthin exportierten Waren im vergangenen Jahr um rund 90 Milliarden Euro übertroffen. Wie eine IW-Auswertung zeigt, stieg das Handelsbilanzdefizit gegenüber dem Vorjahr um gut ein Drittel beziehungsweise fast 30 Milliarden Euro. Erstmals importierte Deutschland damit mehr als doppelt so viel aus China, wie es im selben Zeitraum dorthin exportierte.
Die Ausfuhren nach China brachen 2025 um fast zehn Prozent ein. Damit rutschte das Reich der Mitte auf Platz sechs der wichtigsten deutschen Exportpartner – hinter Italien. 2021 hatte China noch Rang zwei belegt, im Vorjahr Rang fünf. Die Einfuhren aus China stiegen dagegen nach Stagnation im Vorjahr kräftig um rund neun Prozent. Nach kurzer Pause war China im vergangenen Jahr wieder wichtigster Handelspartner Deutschlands – knapp vor den USA.
Deutlicher Hinweis auf Wettbewerbsverzerrungen
Dass die Exporte nach China deutlich sinken, während die Importe aus China ähnlich stark steigen, ist außergewöhnlich und ein starkes Indiz für Wettbewerbsverzerrungen durch China. Die chinesische Währung ist gegenüber dem Euro deutlich unterbewertet, zudem subventioniert China seine Wirtschaft stärker als jedes andere Land. Chinesische Waren werden dadurch künstlich verbilligt – in Deutschland wie auf dem Weltmarkt.
Das große Ungleichgewicht im Handel mit China ist auch deshalb ein Zeichen für unfaire chinesische Wettbewerbsvorteile, weil Deutschland mit den meisten Handelspartnern und auch insgesamt Exportüberschüsse erzielt. Die sind zwar 2025 etwas geschrumpft, was auf gewisse Probleme mit der heimischen Wettbewerbsfähigkeit deutet. Doch der selbst verschuldete Kostennachteil kann das riesige Handelsbilanzdefizit mit China bei weitem nicht allein erklären. Sonst würden Deutschland gegenüber anderen Ländern nicht weiterhin so gut dastehen. Kostensenkende Reformen sind zwar dringend nötig, aber sie allein helfen nicht gegen die unfairen Kostenvorteile Chinas. Reformen für mehr Wettbewerbsfähigkeit sind also eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung im Umgang mit China.
Neuer China-Schock
Im Handel mit China hat Deutschland die volle Breitseite des von Peking politisch gewollten Handelsbilanzdefizits von insgesamt 1,2 Billionen US-Dollar abbekommen. Der China-Schock wirkt also doppelt. Die rückläufigen Ausfuhren nach China bremsen die heimische Exportwirtschaft. Und mit den stark steigenden Einfuhren aus China nimmt auch der Konkurrenzdruck durch chinesische Waren hierzulande weiter kräftig zu. Will Brüssel dieser wachsenden Bedrohung für die heimische Industrie begegnen, braucht es eine robuste handelspolitische Antwort auf diese Verzerrungen.




