
Halle (Saale), 9. April 2026 (JPD) Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im März 2026 deutlich gestiegen und hat den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten erreicht. Nach Angaben des Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle wurden 1.716 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften registriert. Dies entspricht einem Anstieg um 17 Prozent gegenüber Februar und 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre vor der Corona-Pandemie liegt der Wert um 71 Prozent höher.
Im ersten Quartal 2026 summierte sich die Zahl der Insolvenzen auf 4.573 Fälle und erreichte damit das höchste Niveau seit dem dritten Quartal 2005. Damit liegen die aktuellen Werte auch über denen während der Finanzkrise 2009. Besonders stark betroffen waren das Baugewerbe, der Handel und wirtschaftliche Dienstleistungen, die jeweils Höchststände seit Beginn der IWH-Erhebung im Jahr 2020 verzeichneten.
Arbeitsplätze und Struktur der Insolvenzen
Die Zahl der von Insolvenzen betroffenen Arbeitsplätze lag im ersten Quartal bei rund 54.000 und damit auf dem höchsten Stand seit 2020. Den größten Anteil stellte das Verarbeitende Gewerbe mit etwa 16.000 betroffenen Beschäftigten. Im März waren in den größten zehn Prozent der insolventen Unternehmen rund 14.000 Arbeitsplätze betroffen, weniger als im Vormonat und Vorjahr.
Der Anstieg der Insolvenzen ist vor allem auf eine Zunahme bei kleineren Unternehmen zurückzuführen. Frühindikatoren des Instituts deuten zudem auf anhaltend hohe Insolvenzrisiken hin. Für das zweite Quartal 2026 erwartet das IWH weiterhin ein erhöhtes Niveau an Unternehmensinsolvenzen.




