Erzeugerpreise fallen um 3,0 Prozent – Energie drückt Produzentenpreise

Wiesbaden, 20. Februar 2026 (JPD) – Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte in Deutschland sind im Januar 2026 spürbar gesunken. Wie das Statistisches Bundesamt (Destatis) mitteilte, lagen die Preise für im Inland abgesetzte Produkte um 3,0 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Gegenüber Dezember 2025 ergab sich ein Rückgang um 0,6 Prozent. Hauptursache waren erneut deutlich niedrigere Energiepreise.

Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise hingegen um 1,2 Prozent im Vergleich zum Januar 2025 und um 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Entwicklung verdeutlicht die anhaltend starke dämpfende Wirkung des Energiesektors auf die Preisentwicklung auf der Produzentenstufe.

Energiepreise sinken zweistellig – Erdgas und Strom deutlich günstiger

Energie war im Januar 2026 insgesamt 11,8 Prozent billiger als ein Jahr zuvor und 3,2 Prozent günstiger als im Dezember. Maßgeblich für den Rückgang waren niedrigere Preise für Erdgas in der Verteilung, die über alle Abnehmergruppen hinweg um 13,7 Prozent sanken. Auch elektrischer Strom verbilligte sich mit minus 11,2 Prozent deutlich gegenüber dem Vorjahresmonat, während Fernwärme leicht günstiger war.

Die Preise für Mineralölerzeugnisse lagen 8,0 Prozent unter dem Vorjahresniveau, stiegen jedoch im Monatsvergleich um 2,8 Prozent. Hintergrund sind gestiegene Kosten für CO₂-Zertifikate seit Januar 2026. Leichtes Heizöl war im Jahresvergleich deutlich günstiger, verteuerte sich aber gegenüber Dezember spürbar. Kraftstoffe lagen geringfügig über dem Vorjahreswert und deutlich über dem Niveau des Vormonats.

Investitions- und Vorleistungsgüter verteuern sich

Während Energie und Verbrauchsgüter die Gesamtentwicklung nach unten zogen, verteuerten sich andere Gütergruppen. Investitionsgüter kosteten im Januar 2026 im Schnitt 1,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Maschinen sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile verzeichneten moderate Preisanstiege. Gebrauchsgüter lagen 2,1 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Vorleistungsgüter verteuerten sich um 1,2 Prozent gegenüber Januar 2025. Preistreibend wirkten insbesondere Metalle mit einem Anstieg von 6,6 Prozent. Deutlich höher lagen die Preise für Edelmetalle sowie für Kupfer und entsprechende Halbzeuge. Demgegenüber verbilligten sich Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen. Auch Holz sowie Holz- und Korkwaren waren teurer als im Vorjahr, während chemische Grundstoffe, Papiererzeugnisse und verschiedene Agrarprodukte günstiger wurden.

Verbrauchsgüter insgesamt waren 0,2 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat und 0,4 Prozent günstiger als im Dezember. Sinkende Nahrungsmittelpreise trugen hierzu bei. Besonders stark verbilligten sich Butter und Schweinefleisch, während Rindfleisch und Kaffee spürbar teurer wurden.

Mit dem erneuten Rückgang der Erzeugerpreise setzt sich der dämpfende Effekt niedriger Energiepreise auf die Preisentwicklung in der gewerblichen Wirtschaft fort. Zugleich zeigen steigende Preise bei Investitions- und Vorleistungsgütern, dass in einzelnen Bereichen weiterhin Kostendruck besteht.

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