Wiesbaden/Berlin, 15. Januar 2026 (JPD) – Die deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2025 nach zwei Jahren der Rezession wieder leicht gewachsen. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, kalenderbereinigt betrug das Plus 0,3 Prozent. Getragen wurde die Entwicklung vor allem von höheren Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates.

Demgegenüber blieb die wirtschaftliche Dynamik in anderen Bereichen verhalten. Die Exportwirtschaft verzeichnete erneut Rückgänge, während die Investitionstätigkeit weiter nachließ. Belastend wirkten nach Angaben von Destatis unter anderem höhere US-Zölle, die Aufwertung des Euro sowie eine zunehmende Konkurrenz aus China.

Industrie und Bau weiter rückläufig, Dienstleistungen mit gemischtem Bild

Die Bruttowertschöpfung sank 2025 insgesamt leicht um 0,1 Prozent. Besonders betroffen war erneut das Verarbeitende Gewerbe, dessen Wertschöpfung im dritten Jahr in Folge zurückging. Vor allem die Automobilindustrie und der Maschinenbau verzeichneten Einbußen, während auch energieintensive Branchen wie die Chemieindustrie unter dem Vorjahresniveau blieben.

Das Baugewerbe entwickelte sich ebenfalls schwach. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung ging um 3,6 Prozent zurück, wobei insbesondere der Hochbau unter anhaltend hohen Baupreisen litt. Im Tiefbau sorgten dagegen Investitionen in Infrastrukturprojekte dafür, dass das Vorjahresniveau leicht überschritten wurde. Im Dienstleistungsbereich zeigte sich ein differenziertes Bild: Während unternehmensnahe und sonstige Dienstleistungen Rückgänge verzeichneten, legten Handel, Verkehr und öffentliche Dienstleistungen zu.

Konsum stützt Konjunktur, Investitionen und Exporte schwächen sich ab

Die privaten Konsumausgaben stiegen 2025 preisbereinigt um 1,4 Prozent und trugen damit wesentlich zum Wirtschaftswachstum bei. Zuwächse gab es vor allem bei Ausgaben für Gesundheit und Mobilität, während die Ausgaben für Gastronomie und Beherbergung erneut sanken. Der Staatskonsum nahm mit einem Plus von 1,5 Prozent noch stärker zu, insbesondere aufgrund höherer Ausgaben für Gesundheitsleistungen und steigender Personalkosten.

Die Bruttoanlageinvestitionen gingen hingegen insgesamt um 0,5 Prozent zurück. Sowohl die Bauinvestitionen als auch die Investitionen in Ausrüstungen entwickelten sich rückläufig, wobei insbesondere der Wohnungsbau und die gewerblichen Ausrüstungsinvestitionen belastet waren. Die Exporte von Waren und Dienstleistungen sanken 2025 insgesamt um 0,3 Prozent, während die Importe nach zwei schwachen Jahren deutlich um 3,6 Prozent zulegten.

Beschäftigung stagniert, Staatsdefizit sinkt unter EU-Referenzwert

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland stagnierte im Jahresdurchschnitt 2025 bei rund 46,0 Millionen. Damit kam der langjährige Beschäftigungsaufbau erstmals seit dem Jahr 2006 – abgesehen vom Corona-Jahr 2020 – zum Stillstand. Zuwächse gab es ausschließlich im Dienstleistungssektor, während Industrie und Bau weiter Arbeitsplätze verloren.

Die öffentlichen Haushalte schlossen das Jahr 2025 mit einem Finanzierungsdefizit von rund 107 Milliarden Euro ab. Zwar verzeichneten Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung erneut Defizite, insgesamt fiel das Minus jedoch geringer aus als im Vorjahr. Mit einer Defizitquote von 2,4 Prozent des BIP blieb Deutschland unter dem Referenzwert des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts.

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