
Wiesbaden, 2. März 2026 (JPD) Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 für Hessen zeigt einen weiteren Rückgang der Straftaten. Insgesamt wurden 376.981 Delikte erfasst, 2,9 % weniger als 2024 (388.226 Fälle). Im 10-Jahresvergleich sank die Zahl um 6,5 %, im 20-Jahresvergleich um 15 %. Die Häufigkeitszahl fiel leicht von 6.046 auf 6.002 pro 100.000 Einwohner, die Aufklärungsquote verringerte sich marginal auf 61,1 %.
Rückgänge bei Straßenkriminalität und Geldautomatensprengungen
Die Straßenkriminalität sank 2025 um 3,6 % auf 63.077 Fälle. Besonders stark war der Rückgang in Kassel (-14,7 %), Bad Hersfeld (-14,6 %) und Wiesbaden (-12,2 %). Taschendiebstahl fiel um 25,9 %, Straßenraub um 15,2 % und Messerangriffe um 18,8 %. Hessenweit bestehen inzwischen 12 Waffenverbotszonen. Die „Allianz Geldautomaten“ trug zu einem Rückgang von Geldautomatensprengungen von 61 Fällen 2023 auf sechs Fälle 2025 bei. Die Beutesumme sank auf rund 130.000 Euro, Sachschäden um 4,5 Millionen Euro.
Gewaltkriminalität, Sexualdelikte und Jugendkriminalität
Die Gewaltkriminalität stieg leicht um 2,4 % auf 16.282 Fälle, die Aufklärungsquote auf 79,1 %. Straftaten gegen das Leben sanken um 10,8 %, Körperverletzungen stiegen um 5,3 %. Sexualdelikte nahmen um 9 % auf 10.973 Fälle zu, darunter Vergewaltigungen (+20,3 %) und sexueller Missbrauch von Kindern (+24,5 %). Die Jugendkriminalität sank um 11,8 % auf 37.257 Fälle. FOKUS-Dienststellen und Präventionsprogramme trugen zur höheren Aufklärungsquote bei.
Politisch motivierte Straftaten und Extremismus
Die politisch motivierte Kriminalität stieg auf 5.556 Fälle (+25,1 %), insbesondere linksextreme Delikte (+180 %). Rechtsextrem motivierte Straftaten erreichten 2.467 Fälle, Gewalttaten stiegen leicht auf 73. Straftaten gegen Mandatsträger verdoppelten sich auf 994 Fälle. Innenminister Roman Poseck betonte, dass jede Form politisch motivierter Gewalt den Rechtsstaat angreife. Maßnahmen gegen Linksextremismus und Prävention sollen ausgeweitet werden.
Weitere Deliktsbereiche und Prävention
Häusliche Gewalt stieg um 11 % auf 13.189 Fälle. Rauschgiftkriminalität sank um 30,2 % auf 12.053 Fälle, vor allem durch die Teillegalisierung von Cannabis. Wohnungseinbruchdiebstähle nahmen um 15,5 % auf 6.777 Fälle zu, Aufklärungsquote 15,2 %. Organisierte Kriminalität bleibt international vernetzt, Cybercrime stieg um 23,3 % auf 13.207 Fälle mit 16,85 Millionen Euro Schaden. Sozialkriminalität blieb ein Fokus, 642 Fälle von Sozialbetrug wurden erfasst. Die Landesbehörden setzen auf Prävention, Kooperation und technologische Mittel, um Sicherheit und Aufklärung zu verbessern.





