Nürnberg, 7. Januar 2026 (JPD) – Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich zum Jahresende 2025 weiter abgeschwächt. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) stieg die Zahl der Arbeitslosen im Dezember infolge der einsetzenden Winterpause um 23.000 auf 2,908 Millionen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent. Im Jahresvergleich waren damit 101.000 Menschen mehr arbeitslos als im Dezember 2024.

Saisonbereinigt nahm die Arbeitslosigkeit gegenüber November leicht um 3.000 Personen zu. Die Arbeitslosenquote lag damit um 0,2 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, verwies auf eine anhaltend schwache wirtschaftliche Entwicklung, die dem Arbeitsmarkt weiterhin den notwendigen Rückenwind entziehe.

Wintereffekte belasten Arbeitsmarktentwicklung

Die Unterbeschäftigung, die neben der registrierten Arbeitslosigkeit auch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und kurzfristige Arbeitsunfähigkeit umfasst, ging im Dezember saisonbereinigt leicht zurück. Mit 3,572 Millionen Personen lag sie um 3.000 unter dem Wert des Vorjahres. Damit zeigt sich ein differenziertes Bild, das trotz steigender Arbeitslosigkeit keine flächendeckende Ausweitung verdeckter Beschäftigungslosigkeit erkennen lässt.

Die vom Statistischen Bundesamt nach dem ILO-Erwerbskonzept ermittelte Erwerbslosenquote belief sich im November 2025 auf 3,7 Prozent. Sie liegt damit deutlich unter der nationalen Arbeitslosenquote, spiegelt jedoch ebenfalls die gedämpfte Entwicklung am Arbeitsmarkt wider.

Kurzarbeit und Beschäftigung weiter auf moderatem Niveau

Bei der Kurzarbeit zeigen die jüngsten Anzeigen eine zurückhaltende Entwicklung. Vom 1. bis zum 29. Dezember 2025 meldeten Betriebe für 41.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit an. Für Oktober 2025, den letzten Monat mit verfügbaren Abrechnungsdaten, wurde für 203.000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld gezahlt. Das waren mehr als im Vormonat, jedoch deutlich weniger als ein Jahr zuvor.

Die Erwerbstätigkeit blieb zuletzt nahezu stabil. Im November 2025 sank die Zahl der Erwerbstätigen saisonbereinigt um 1.000 auf 46,19 Millionen und lag damit um 49.000 unter dem Vorjahresniveau. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zeigte von September auf Oktober keine Veränderung und blieb im Jahresvergleich leicht rückläufig.

Nachfrage nach Arbeitskräften geht weiter zurück

Die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb zum Jahresende gedämpft. Im Dezember waren bei der Bundesagentur für Arbeit 619.000 offene Stellen gemeldet, 35.000 weniger als ein Jahr zuvor. Der BA-Stellenindex BA-X stieg zwar leicht auf 101 Punkte, lag jedoch weiterhin deutlich unter dem Vorjahreswert.

Bei den Geldleistungen zeigt sich ein gemischtes Bild. Im Dezember 2025 erhielten rund 1,033 Millionen Menschen Arbeitslosengeld, deutlich mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldberechtigten sank hingegen auf 3,824 Millionen. Damit waren sieben Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung in Deutschland auf Grundsicherungsleistungen angewiesen.

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