Untreueverdacht in Millionenhöhe: Haftbefehl im Zusammenhang mit SIGNA-Insolvenz vollstreckt

Berlin, 26. März 2026 (JPD) Im Zusammenhang mit der Insolvenz der SIGNA-Gruppe hat die Polizei Berlin einen Haftbefehl gegen einen 49-Jährigen wegen des Verdachts der Untreue in vier Fällen vollstreckt. Der Beschuldigte soll als vertretungsberechtigter Verantwortlicher mehrerer Gesellschaften der Unternehmensgruppe in Deutschland und Österreich tätig gewesen sein.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll er im Jahr 2023 bei einer zur Immobilienentwicklung gegründeten GmbH & Co. KG eingesetzt worden sein. In diesem Zusammenhang seien der Gesellschaft zweckgebundene Darlehen in Höhe von insgesamt 10 Millionen Euro von externen Gesellschaftern zugeflossen. Zwischen Januar und Mai 2023 habe der Beschuldigte hiervon in vier Fällen ohne Kenntnis der Darlehensgeber Gelder an andere Gesellschaften der SIGNA-Gruppe überwiesen. Mehr als 8,4 Millionen Euro seien nicht zurückgeführt worden.

Ermittlungen zur Untreue im SIGNA-Komplex

Die Empfängergesellschaft geriet später in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Über ihr Vermögen wurde im Dezember 2023 zunächst ein Sanierungsverfahren eröffnet, das im Dezember 2024 in ein Insolvenzverfahren überging.

Der Beschuldigte wurde einer Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Tiergarten vorgeführt. Diese setzte den Haftbefehl unter strengen Meldeauflagen außer Vollzug.

Den Maßnahmen gingen umfangreiche Ermittlungen des Landeskriminalamts Berlin voraus. Dabei wurden zahlreiche Zeugen vernommen sowie Millionen von E-Mails und umfangreiche Finanz- und Geschäftsunterlagen ausgewertet. Die Ermittlungen erfolgten in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft München I und der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft Wien unter Koordination von Eurojust.

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