
Nürnberg, 10. März 2026 (JPD) Die Nürnberger Kriminalpolizei hat gemeinsam mit der Zentralstelle Cybercrime Bayern ein international agierendes Netzwerk für professionellen Anlagebetrug im Internet aufgedeckt. Zwei Tatverdächtige, Verantwortliche eines Unternehmens, das die IT- und Telefoninfrastruktur für die Betrugsplattformen bereitstellte, wurden festgenommen. Gegen einen der beiden wurde Ende 2025 Anklage bei der Cyberwirtschaftskammer des Landgerichts Bamberg erhoben. Der Beschuldigte soll bei 235 Geschädigten einen Schaden von rund 28,6 Millionen Euro verursacht und persönlich mehr als 1,1 Millionen Euro erlangt haben.
Anlagebetrug über manipulierte Onlineplattformen
Die Betrüger lockten Anleger auf speziell eingerichtete Webseiten, versprachen hohe Renditen beim Handel mit Aktien, Rohstoffen oder Kryptowährungen und forderten nach anfänglichen Gewinnen höhere Investitionen. Das Geld wurde nie angelegt, und Auszahlungsforderungen wurden mit Vorwänden wie angeblichen Provisionen oder Steuern blockiert. Bereits 2019/2020 hatten Ermittler die Server eines Callcenters in der Ukraine sichergestellt und Hinweise auf die Täter erhalten. Ab März 2023 übernahm das Kommissariat 42 der Nürnberger Kriminalpolizei die weiteren Ermittlungen unter dem Namen „Ermittlungskommission Woki“.
Die Auswertung der sichergestellten Server zeigte, dass das Unternehmen seine IT-Infrastruktur weltweit anderen Betrügern gegen Entgelt zur Verfügung stellte. Insgesamt waren mehr als 30 betrügerische Trading-Plattformen mit über 350 Einzelverfahren betroffen. Der bei deutschen Geschädigten angezeigte Schaden liegt bei über 34 Millionen Euro; die tatsächliche Schadenssumme wird deutlich höher eingeschätzt. Der 42-jährige Mitbeschuldigte befindet sich weiterhin in Albanien, das Auslieferungsverfahren läuft. Weitere Tatbeteiligte werden weiterhin ermittelt, die Untersuchungen werden noch längere Zeit andauern.




