Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen Ukrainer wegen Brandstiftung und Spionage

Karlsruhe, 9. Februar 2026 (JPD) – Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen den ukrainischen Staatsangehörigen Yevhen B. vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Stuttgart erhoben. Dem Angeschuldigten wird Agententätigkeit zu Sabotagezwecken sowie die Verabredung zur schweren Brandstiftung zur Last gelegt.

Nach Angaben der Anklageschrift soll Yevhen B. Ende März 2025 zusammen mit den gesondert angeklagten Personen Daniil B. und Vladyslav T. von Köln aus Pakete mit aktivierten GPS-Trackern in Richtung Ukraine versendet haben. Der Auftrag stamme von einem russischen Nachrichtendienst über Mittelsmänner in Mariupol. Ziel war demnach, die Versandrouten eines Paketdienstleisters auszuspionieren und später Pakete mit Brandsätzen zu verschicken, die in Deutschland oder auf dem Weg in nicht von Russland besetzte Gebiete der Ukraine Schaden anrichten sollten.

Tatvorwürfe im Detail

Yevhen B. habe die Mitangeklagten angeworben und das Material für die Pakete beschafft. Zudem habe er seinen Kontakten beim russischen Geheimdienst zugesagt, auch die Versendung von Brandpaketen zu übernehmen. Die Bundesanwaltschaft stuft diese Handlungen als hinreichend verdächtig ein, um Anklage nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 und 2, Abs. 2 Nr. 1 StGB (Agententätigkeit zu Sabotagezwecken) sowie § 30 i.V.m. § 306a Abs. 1 Nr. 3 StGB (Verabredung zur schweren Brandstiftung) zu erheben.

Yevhen B. wurde am 13. Mai 2025 in der Schweiz festgenommen und am 23. Dezember 2025 nach Deutschland ausgeliefert. Am selben Tag erhob die Bundesanwaltschaft bereits Anklage gegen Daniil B. und Vladyslav T. vor dem Oberlandesgericht Stuttgart.

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