Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen Daniela Klette wegen versuchten Mordes

Karlsruhe, 27. März 2026 (JPD) Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen die deutsche Staatsangehörige Daniela Klette vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgericht Frankfurt am Main erhoben. Der Angeschuldigten werden unter anderem versuchter Mord in zwei Fällen, Sprengstoffdelikte, erpresserischer Menschenraub sowie besonders schwerer Raub in Mittäterschaft vorgeworfen. Grundlage sind Vorschriften des Strafgesetzbuchs, darunter §§ 211, 239a, 249 und 250 StGB.

Anklage wegen mutmaßlicher Beteiligung an RAF-Anschlägen

Nach den Ermittlungen soll Klette der sogenannten dritten Generation der Rote Armee Fraktion angehört und zwischen 1990 und 1993 an mehreren Anschlägen beteiligt gewesen sein. Im Februar 1990 habe sie an der Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags auf ein Verwaltungsgebäude der Deutschen Bank in Eschborn mitgewirkt. Die Explosion sei lediglich wegen einer defekten Zündvorrichtung ausgeblieben, wodurch mehrere Sicherheitskräfte gefährdet gewesen seien.

Für Februar 1991 wird ihr eine Beteiligung an einem Schusswaffenangriff auf die US-Botschaft in Bonn-Bad Godesberg vorgeworfen. Dabei sollen mehrere Täter zahlreiche Schüsse auf das Gebäude abgegeben und zahlreiche Personen in Gefahr gebracht haben.

Zudem wird Klette ein Beitrag zu einem Sprengstoffanschlag auf die Justizvollzugsanstalt Weiterstadt im März 1993 zur Last gelegt. Mitglieder des Kommandos sollen Wachpersonal überwältigt, dieses vorübergehend festgehalten und anschließend Sprengsätze gezündet haben. Der entstandene Sachschaden belief sich auf umgerechnet rund 63 Millionen Euro.

Klette wurde im Februar 2024 festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft. Über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheidet nun das Oberlandesgericht Frankfurt am Main.

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