
Karlsruhe, 13. Januar 2026 (JPD) – Die Bundesanwaltschaft hat vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Stuttgart Anklage gegen zwei ukrainische Staatsangehörige wegen mutmaßlicher geheimdienstlicher Agententätigkeit und Sabotagevorbereitung erhoben. Den Angeschuldigten Daniil B. und Vladyslav T. wird unter anderem vorgeworfen, im Auftrag eines russischen Nachrichtendienstes logistische Abläufe eines Paketdienstleisters ausgespäht zu haben. Die Anklage wurde am 23. Dezember 2025 zugestellt.
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft sollen die Beschuldigten gemeinsam mit einem weiteren Tatverdächtigen Ende März 2025 von Köln aus zwei Pakete mit aktivierten GPS-Trackern in Richtung Ukraine versandt haben. Ziel sei es gewesen, Versandrouten und Transportabläufe zu analysieren, um später Pakete mit Brandsätzen aufzugeben. Diese sollten sich nach den Ermittlungen während des Transports in Deutschland oder auf dem Weg in nicht von Russland besetzte Teile der Ukraine entzünden und erheblichen Schaden verursachen.
Vorwurf: Agententätigkeit und Vorbereitung schwerer Brandstiftung
Die Bundesanwaltschaft sieht in dem Vorgehen eine geheimdienstliche Agententätigkeit sowie eine Agententätigkeit zu Sabotagezwecken. Darüber hinaus bestehe der Verdacht der Verabredung zur schweren Brandstiftung. Der Auftrag zu den Testsendungen soll über Mittelsmänner von einem russischen Nachrichtendienst erteilt worden sein. Die Beschuldigten hätten sich bereit erklärt, auch die späteren Paketsendungen mit Brandsätzen zu übernehmen.
Daniil B. und Vladyslav T. wurden Anfang Mai 2025 festgenommen und befinden sich seither in Untersuchungshaft. Der dritte mutmaßlich Beteiligte, Yevhen B., wurde Mitte Mai 2025 in der Schweiz festgenommen und am 23. Dezember 2025 nach Deutschland ausgeliefert. Gegen ihn soll nach Angaben der Bundesanwaltschaft in Kürze ebenfalls Anklage erhoben werden.