
München, 20. März 2026 (JPD) Ermittlungsbehörden in Bayern haben im Rahmen der internationalen „Operation Alice“ ein groß angelegtes Betrugsnetzwerk im Darknet zerschlagen. Nach Angaben der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) und des Bayerischen Landeskriminalamts (BLKA) wurden mehr als 373.000 Domains auf über hundert Servern abgeschaltet. Gegen den mutmaßlichen Betreiber wurde Haftbefehl erlassen, zudem laufen Ermittlungen gegen rund 600 Personen.
Die Plattformen nutzten nach Erkenntnissen der Ermittler kinderpornografische Inhalte, um Nutzer anzulocken. Unter irreführenden Bezeichnungen bot der Betreiber entsprechende Inhalte gegen Bezahlung in Kryptowährungen an, lieferte jedoch nach Zahlung nicht. Ziel des Systems war es, Zahlungen ohne Gegenleistung zu erlangen und Nutzer gezielt zu täuschen.
Ermittlungen gegen Betreiber und Nutzer von Darknet-Plattformen
Die Ermittlungen richten sich vor allem gegen den mutmaßlichen Betreiber der Plattformen sowie gegen rund 600 Nutzer, von denen etwa 440 bereits identifiziert wurden. Diese hatten zwischen Februar 2020 und Juli 2025 Zahlungen auf den Seiten geleistet. In Deutschland wurden im Zuge der Operation 14 Durchsuchungen in neun Bundesländern durchgeführt, auch in Bayern.
An der international koordinierten Operation waren insgesamt 23 Staaten beteiligt. Die Koordination erfolgte durch Europol. Die Ermittlungen basierten unter anderem auf der Auswertung von Zahlungsströmen und der Nutzung spezialisierter Analysewerkzeuge zur Aufklärung von Darknet-Strukturen.
Bayerns Justizminister Georg Eisenreich bezeichnete die Ermittlungen als bedeutenden Erfolg im Kampf gegen Cybercrime und die Verbreitung von Kinderpornographie. Die Behörden hätten mit modernen Ermittlungsinstrumenten entscheidend zur Aufklärung beigetragen und ein umfangreiches Netzwerk aus Darknet-Seiten identifiziert und abgeschaltet.






