Bevölkerung in Deutschland sinkt auf 83,5 Millionen

Wiesbaden, 29. Januar 2026 (JPD) – Die Bevölkerungszahl in Deutschland ist zum Jahresende 2025 erstmals seit mehreren Jahren wieder gesunken. Nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lebten rund 83,5 Millionen Menschen in der Bundesrepublik und damit etwa 100 000 weniger als Ende 2024 mit 83,6 Millionen Einwohnern. Zuvor war die Bevölkerung zwischen 2011 und 2024 – mit Ausnahme des Corona-Jahres 2020 – kontinuierlich gewachsen.

Ursache des Rückgangs ist das Zusammenspiel aus einem anhaltend hohen Geburtendefizit und einer deutlich gesunkenen Nettozuwanderung. Wie in allen Jahren seit der deutschen Vereinigung überstieg auch 2025 die Zahl der Sterbefälle die der Geburten. Anders als in den Vorjahren konnte die Lücke jedoch erstmals seit 2020 nicht mehr durch Wanderungsgewinne ausgeglichen werden. In der Folge verringerte sich die Bevölkerungszahl insgesamt.

Geburtendefizit bleibt hoch, Zuwanderung bricht ein

Nach vorläufigen Meldungen der Standesämter rechnet Destatis für 2025 mit 640 000 bis 660 000 Geburten, nachdem es 2024 noch 677 117 gewesen waren. Die Zahl der Gestorbenen lag mit gut einer Million nahezu auf Vorjahresniveau. Daraus ergibt sich ein Geburtendefizit von etwa 340 000 bis 360 000 Personen. Damit übersteigt die Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen bereits im vierten Jahr in Folge die Marke von 300 000. In den 2010er-Jahren hatte das Defizit im Durchschnitt noch deutlich niedriger gelegen.

Parallel dazu ging die Nettozuwanderung stark zurück. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 wurden rund 220 000 mehr Zuzüge als Fortzüge registriert, deutlich weniger als im gleichen Zeitraum 2024. Für das Gesamtjahr schätzt Destatis den Wanderungssaldo auf 220 000 bis 260 000 Personen. Damit lag die Nettozuwanderung um mindestens 40 Prozent unter dem Vorjahreswert von 430 183 und auf einem Niveau, das zuletzt im Corona-Pandemiejahr 2020 erreicht worden war.

Die Kombination aus sinkenden Geburtenzahlen und einer abgeschwächten Zuwanderung führte dazu, dass die Wanderungsgewinne das Geburtendefizit nicht mehr kompensieren konnten. Nach mehreren Jahren des Wachstums verzeichnet Deutschland damit wieder einen demografisch bedingten Bevölkerungsrückgang.

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