
Hanau, 21. Mai 2026 (JPD) Im Landgericht Hanau ist es während einer Urteilsverkündung zu einem Angriff auf eine Staatsanwältin gekommen, bei dem auch zwei Justizwachtmeister verletzt wurden. Der Angeklagte ging unmittelbar nach der Verkündung des Schuldspruchs auf die Vertreterin der Anklage los und schlug ihr gegen den Kopf. Das Verfahren endete an diesem Tag mit einer Verurteilung wegen gefährlicher und mehrerer einfacher Körperverletzungen sowie der Anordnung von Freiheitsstrafe und Sicherungsverwahrung.
Angriff während Urteilsverkündung im Landgericht Hanau
Nach Angaben des Gerichts sprang der mit Handschellen gefesselte Angeklagte während der laufenden Verkündung des Urteilstenors über seinen Tisch und griff die Staatsanwältin an. Vier im Saal eingesetzte Justizwachtmeister griffen sofort ein und konnten die Attacke stoppen, wobei einer den Mann fixierte und von der Staatsanwältin wegzog. Der Angeklagte wurde anschließend in eine Präsenzzelle verbracht. Etwa eine Stunde später wurde die Urteilsverkündung unter Polizeipräsenz fortgesetzt und beendet.
Die Staatsanwältin erlitt eine Schädelprellung, eine HWS-Distorsion sowie mehrere Prellungen und Schürfwunden an Händen, Unterarm und Handgelenk. Sie wurde medizinisch versorgt; knöcherne Verletzungen wurden nicht festgestellt. Zwei Justizwachtmeister zogen sich leichte Verletzungen zu.
Nach dem Vorfall äußerten sich Hessens Justizminister Christian Heinz und der Generalstaatsanwalt Torsten Kunze bestürzt. Beide betonten die Belastung und Gefährdung von Justizbediensteten im Dienst. Der Minister kündigte zudem einen Besuch bei der verletzten Staatsanwältin in der kommenden Woche an und stellte ein persönliches Dankesgespräch mit den beteiligten Wachtmeistern in Aussicht.



