Ungenutztes Arbeitskräftepotenzial steigt 2025 auf 4,9 Millionen

Wiesbaden, 6. Mai 2026 (JPD) Das ungenutzte Arbeitskräftepotenzial in Deutschland ist im Jahr 2025 gestiegen. Nach Erstergebnissen des Mikrozensus lag die Zahl der Nichterwerbstätigen mit Arbeitswunsch im Alter von 15 bis 74 Jahren bei knapp 4,9 Millionen und damit um gut 240 000 Personen höher als im Vorjahr. Das Statistische Bundesamt (Destatis) führt dies auf einen Anstieg sowohl der Erwerbslosen als auch der sogenannten Stillen Reserve zurück.

Von den Betroffenen galten rund 1,7 Millionen als erwerbslos, während gut 3,2 Millionen der Stillen Reserve zugerechnet wurden. Die Zahl der Erwerbslosen nahm binnen Jahresfrist um 11,3 Prozent zu, die Stille Reserve wuchs um 2,3 Prozent. Als erwerbslos gilt, wer aktiv Arbeit sucht und kurzfristig verfügbar ist, während Personen der Stillen Reserve zwar arbeiten möchten, jedoch aktuell nicht suchen oder nicht kurzfristig verfügbar sind.

Geschlechterunterschiede und Gründe für Arbeitsmarktinaktivität

Die Erwerbslosen setzten sich 2025 mehrheitlich aus Männern zusammen, während in der Stillen Reserve Frauen überwogen. Ein Großteil der Betroffenen verfügte über ein mittleres oder hohes Qualifikationsniveau, also mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung oder Hochschulreife. Der Anteil entsprechend Qualifizierter lag bei Erwerbslosen bei über zwei Dritteln und bei der Stillen Reserve bei knapp 60 Prozent.

Bei den Gründen für die Inaktivität zeigen sich deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede. Frauen in der Stillen Reserve nannten häufig Betreuungspflichten als Ursache, während dieser Faktor bei Männern eine deutlich geringere Rolle spielte. Demgegenüber wurden gesundheitliche Einschränkungen insbesondere von Männern, aber auch von Frauen häufig als Hauptgrund für die fehlende Arbeitsmarktteilnahme angegeben.

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