ROFU-Sanierung: Investorenlösung soll Spielwarenhändler zukunftsfähig machen

Hoppstädten-Weiersbach, 23. April 2026 (JPD) Die ROFU Kinderland Spielwarenhandelsgesellschaft GmbH hat im laufenden Eigenverwaltungsverfahren eine Investorenvereinbarung mit der Kids & School Holding GmbH abgeschlossen. Damit wird nur drei Monate nach Verfahrenseröffnung eine zentrale Grundlage für die geplante Sanierung geschaffen. Ziel ist die Umsetzung eines Insolvenzplans, der den langfristigen Erhalt des Unternehmens ermöglichen soll.

Insolvenzplan und Investorenlösung für ROFU Kinderland

Das Verfahren in Eigenverwaltung läuft seit dem 19. Januar 2026. Das Management bleibt im Amt und wird durch Sanierungsexperten der PLUTA Management GmbH unterstützt. Sanierungsgeschäftsführer Marcus Katholing sowie Daniela Jeske begleiten die Restrukturierung, während Rechtsanwalt Stefan Warmuth insolvenzrechtlich berät. Das Amtsgericht Idar-Oberstein bestellte zudem Annemarie Dhonau als Sachwalterin zur Gläubigervertretung.

Die bereits unterzeichnete Investorenvereinbarung sieht die Umsetzung über einen Insolvenzplan vor. Dieser soll in den kommenden Wochen erarbeitet und in einer Gläubigerversammlung im Sommer zur Abstimmung gestellt werden. Nach Annahme könnte die Transaktion vollzogen und das Verfahren voraussichtlich bis August 2026 abgeschlossen werden.

Geplant ist die Fortführung von 77 Filialen mit 1.035 Beschäftigten, die vom Investor übernommen werden. 27 Standorte werden hingegen nicht weitergeführt und sollen nach einem Räumungsverkauf bis Juli geschlossen werden. Rund 330 Beschäftigte sind hiervon betroffen und werden gekündigt. Auch in der Zentrale sowie im Außenlager in Ramstein kommt es zu einem deutlichen Personalabbau beziehungsweise zur Schließung. Insgesamt sollen rund 1.120 Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Sanierungsgeschäftsführer Katholing bezeichnete die Investorenlösung als Grundlage für die Fortführung des Unternehmens und die bestmögliche Gläubigerbefriedigung. Die wirtschaftliche Neuausrichtung sei ohne diesen Schritt nicht möglich gewesen. Sachwalterin Dhonau hob hervor, der Verkaufsprozess sei trotz enger Zeitvorgaben und schwieriger Marktbedingungen erfolgreich verlaufen.

Der neue Investor Achim Weniger von der Kids & School Holding GmbH kündigte an, ROFU strategisch neu aufzustellen und wieder profitabel auszurichten. Der Fokus liege auf effizienteren Strukturen und einer stärkeren Marktposition im stationären Spielwarenhandel.

Der Geschäftsbetrieb läuft während des Verfahrens unverändert weiter. Gehälter werden aus laufenden Einnahmen gezahlt, Filialen bleiben geöffnet, und auch der Online-Shop bleibt aktiv. Nach Abschluss der Übertragung soll ROFU Kinderland wieder eigenständig am Markt agieren.

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