DIHK-Konjunkturumfrage 2026: Deutsche Wirtschaft wächst nur schwach

Berlin, 17. Februar 2026 (JPD) – Die deutsche Wirtschaft startet mit verhaltener Dynamik in das Jahr 2026. Nach der aktuellen Konjunkturumfrage der Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK), an der sich rund 26.000 Unternehmen aus allen Branchen und Regionen beteiligten, bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Geopolitische Unsicherheiten, hohe Standortkosten und eine schwache Inlandsnachfrage belasten die Konjunktur weiterhin erheblich.

Lediglich ein Viertel der Unternehmen bewertet seine Geschäftslage zum Jahresbeginn als gut, ebenso viele sprechen von einer schlechten Lage. Der DIHK-Stimmungsindex, der sich aus Lageeinschätzung und Geschäftserwartungen zusammensetzt, steigt zwar leicht um zwei Punkte auf 95,9 Zähler, bleibt jedoch deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 110 Punkten. Jedes vierte Unternehmen rechnet in den kommenden Monaten mit einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation.

Schwaches Wachstum und rückläufige Investitionsbereitschaft

Auf Grundlage der Umfrage erwartet die DIHK für 2026 ein Wirtschaftswachstum von rund einem Prozent. Ein erheblicher Teil dieses Zuwachses dürfte nach Einschätzung des Verbandes auf Statistik- und Kalendereffekte zurückzuführen sein. Im internationalen Vergleich bleibt Deutschland damit deutlich hinter anderen Volkswirtschaften zurück. Während die Weltwirtschaft seit 2019 um 19 Prozent gewachsen sei, habe die Wirtschaftsleistung in Deutschland im gleichen Zeitraum lediglich um 0,2 Prozent zugelegt.

Als zentrale Geschäftsrisiken nennen die Unternehmen neben der schwachen Inlandsnachfrage vor allem gestiegene Arbeitskosten, unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen sowie hohe Energie- und Rohstoffpreise. Die strukturellen Belastungen wirkten sich auch auf die Investitionsbereitschaft aus. Nur 23 Prozent der Betriebe planen höhere Investitionen, während 31 Prozent ihre Ausgaben reduzieren wollen. Die privaten Investitionen liegen nach Angaben der DIHK weiterhin rund elf Prozent unter dem Vorkrisenniveau.

Investitionen konzentrieren sich überwiegend auf Ersatzbeschaffungen und Rationalisierungsmaßnahmen. Kapazitätserweiterungen und Innovationsprojekte spielen demnach eine untergeordnete Rolle. Auch am Arbeitsmarkt zeigen sich die Unternehmen zurückhaltend: 23 Prozent rechnen mit einem Personalabbau, lediglich zwölf Prozent planen Neueinstellungen. Erstmals seit elf Jahren sind wieder mehr als drei Millionen Menschen arbeitslos gemeldet.

Leichte Impulse durch Exporterwartungen

Etwas positiver fallen die Exporterwartungen aus. Trotz handelspolitischer Unsicherheiten rechnen 22 Prozent der Unternehmen mit steigenden Ausfuhren in den kommenden zwölf Monaten, ebenso viele erwarten allerdings einen Rückgang. Im Vergleich zum Herbst hat sich der Anteil der Betriebe mit negativen Exporterwartungen verringert.

Die DIHK verweist auf strukturelle Reformbedarfe am Standort Deutschland. Um im verschärften internationalen Wettbewerb bestehen zu können, seien verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, geringere Bürokratie- und Energiekosten sowie eine Stärkung der Investitionsanreize erforderlich. Ohne umfassende Reformen drohe die wirtschaftliche Dynamik weiter hinter den internationalen Wettbewerbern zurückzubleiben.

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