Nahrungsmittel treiben Teuerung – Inflationsrate klettert auf 2,1 Prozent

Wiesbaden, 17. Februar 2026 (JPD) – Die Inflationsrate in Deutschland hat sich zu Jahresbeginn erhöht. Wie das Statistisches Bundesamt (Destatis) am Dienstag mitteilte, lag der Verbraucherpreisindex (VPI) im Januar 2026 um 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit bestätigte die Behörde ihre vorläufigen Berechnungen. Im Dezember 2025 hatte die Teuerungsrate noch 1,8 Prozent betragen, zuvor waren im Oktober und November jeweils 2,3 Prozent verzeichnet worden.

Gegenüber dem Vormonat Dezember 2025 stiegen die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent. Auch der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), der für europäische Vergleichszwecke berechnet wird, erhöhte sich binnen Jahresfrist um 2,1 Prozent, während er im Monatsvergleich um 0,1 Prozent sank.

Nahrungsmittel und Dienstleistungen prägen Inflationsentwicklung

Preistreibend wirkten insbesondere Nahrungsmittel und Dienstleistungen. Lebensmittel verteuerten sich im Januar um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, nach einem vergleichsweise moderaten Anstieg von 0,8 Prozent im Dezember. Auffällig waren unter anderem deutliche Preiszuwächse bei Zucker, Süßwaren und Schokolade sowie bei Obst und Fleisch. Demgegenüber verbilligten sich Speisefette und Speiseöle deutlich; auch Molkereiprodukte und Kartoffeln waren günstiger als ein Jahr zuvor.

Dienstleistungen lagen mit einem Plus von 3,2 Prozent weiterhin deutlich über der Gesamtteuerung. Besonders stark stiegen die Preise für soziale Einrichtungen sowie für kombinierte Personenbeförderung, wozu auch die Erhöhung des Deutschlandtickets beitrug. Auch Wartungs- und Reparaturleistungen für Fahrzeuge, Versicherungsdienstleistungen im Gesundheitsbereich sowie Gaststättendienstleistungen verteuerten sich spürbar. Die Nettokaltmieten erhöhten sich um 2,1 Prozent und blieben damit ein wesentlicher Faktor der Preisentwicklung.

Energiepreise dämpfen Gesamtteuerung

Dämpfend auf die Inflationsrate wirkten hingegen die Energiepreise. Energieprodukte verbilligten sich im Vergleich zum Januar 2025 um 1,7 Prozent. Haushaltsenergie kostete im Jahresvergleich 3,2 Prozent weniger, wobei insbesondere Strom, Gas und Fernwärme günstiger waren. Als Einflussfaktoren nennt Destatis unter anderem reduzierte Übertragungsnetzentgelte für Strom sowie die Abschaffung der Gasspeicherumlage; zugleich wirkten sich teilweise erhöhte CO₂-Preise auf fossile Brennstoffe aus.

Bei Mineralölprodukten zeigte sich eine gegenläufige Entwicklung: Während leichtes Heizöl deutlich günstiger war als vor einem Jahr, stiegen die Kraftstoffpreise leicht an. Insgesamt verteuerten sich Waren um 1,0 Prozent binnen Jahresfrist, wobei Verbrauchsgüter stärker zulegten als Gebrauchsgüter.

Die Kerninflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie lag im Januar bei 2,5 Prozent und damit über der Gesamtinflation. Dies deutet auf weiterhin spürbaren Preisauftrieb in anderen Güter- und Dienstleistungsbereichen hin.

Im Monatsvergleich zogen vor allem Nahrungsmittel und Energie an. Saisonbedingte Preisrückgänge gab es hingegen unter anderem bei Flugtickets, Pauschalreisen und Bekleidungsartikeln.

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