
Halle, 10. Februar 2026 (JPD) – Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland ist im Januar 2026 gesunken, bleibt jedoch auf hohem Niveau. Laut dem IWH-Insolvenztrend des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) wurden 1.391 Insolvenzen registriert, acht Prozent weniger als im Dezember 2025, aber vier Prozent mehr als im Januar 2025. Im Vergleich zu den Januaren 2016 bis 2019 liegt die aktuelle Zahl um 54 Prozent höher.
Betroffene Arbeitsplätze und Branchen
Die Insolvenzen großer Unternehmen wirken sich häufig stark auf Beschäftigte aus. Im Januar waren in den größten zehn Prozent der insolventen Firmen fast 17.000 Arbeitsplätze betroffen, ein Anstieg von zehn Prozent gegenüber Dezember und 18 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Deutlich über dem 12-Monats-Durchschnitt lag die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze in den unternehmensnahen Dienstleistungen, unter anderem durch die Insolvenz mehrerer Personaldienstleister, einer größeren Autovermietung sowie eines Gebäudedienstleisters. In allen anderen Branchen lagen sowohl die Zahl der Insolvenzen als auch die betroffenen Arbeitsplätze unter den Höchstwerten des jeweiligen Sektors.
IWH-Leiter Steffen Müller betont, dass die Frühindikatoren des Instituts für Februar und März weiterhin hohe Insolvenzzahlen erwarten lassen. Ab April sei eine Entspannung möglich, derzeit spreche die Entwicklung jedoch eher für eine Stabilisierung auf hohem Niveau.
IWH-Insolvenztrend als Frühindikator
Der IWH-Insolvenztrend liefert schneller als die amtliche Statistik belastbare Daten zum bundesweiten Insolvenzgeschehen. Für seine Analysen wertet das IWH Insolvenzbekanntmachungen der deutschen Registergerichte aus und verknüpft sie mit Bilanzkennzahlen betroffener Unternehmen. Die Zahlen erfassen über 90 Prozent der von Unternehmensinsolvenzen betroffenen Arbeitsplätze und 95 Prozent der Forderungen und bilden damit zuverlässig die volkswirtschaftlichen Konsequenzen ab. Im Unterschied zur amtlichen Statistik werden Kleinstunternehmen und bestimmte natürliche Personen gesondert betrachtet, sodass sich die monatlichen Veränderungen teils deutlich unterscheiden können.





