Großverfahren gegen „Die Firma“: Weitere Anklage wegen Kokainhandel über 15 Mio. Euro

Frankfurt am Main, 5. Februar 2026 (JPD) – Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat gegen fünf Männer zwischen 38 und 58 Jahren Anklage wegen bandenmäßigen Handeltreibens mit Kokain in nicht geringer Menge erhoben. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, zwischen September 2023 und Oktober 2024 am Handel mit rund 725 Kilogramm Kokain im Wert von über 15 Millionen Euro beteiligt gewesen zu sein. Die Anklage stammt aus dem umfangreichen Ermittlungskomplex gegen die international agierende Tätergruppierung „Die Firma“, die seit 2020 mehr als eine Tonne Kokain sowie Cannabis im Wert von über 25 Millionen Euro in mehreren Bundesländern und im europäischen Ausland vertrieben haben soll.

Die Angeklagten sollen für den Drogenhandel ein Netzwerk aus Kurierfahrern und Lagern („Bunker“) genutzt haben. Die Fahrzeuge der Kuriere waren nach Angaben der Ermittler professionell ausgestattet, um die Drogen zu transportieren. Zur Abwicklung der Geschäfte habe die Gruppierung verschlüsselte Messengerdienste eingesetzt und eigens entwickelte Kommunikationsplattformen genutzt. Bargeld- und Kokainbestände seien in mehreren Bunkerwohnungen im Frankfurter Stadtgebiet gelagert worden.

Angeklagte in unterschiedlichen Funktionen der Gruppierung

Die fünf Angeklagten haben laut Anklage unterschiedliche Rollen übernommen. Ein 58-jähriger Beschuldigter fungierte als „rechte Hand“ der Führungsebene und koordinierte Kurierfahrten, die Dokumentation der Transporte, die Entgegennahme von Bestellungen und die Verteilung des Kokains. Ein 38-jähriger Angeklagter war Kassenwart und soll Verkaufs- und Kaufgelder in Höhe von insgesamt 8,03 Millionen Euro verwaltet haben. Ein 52-jähriger Mann wird als Kokainbunkerhalter geführt und soll die Drogen für den Verkauf bereitgestellt oder an Kuriere weitergegeben haben. Zwei weitere Angeschuldigte (45 und 58 Jahre) sollen als Kuriere tätig gewesen sein.

Alle fünf Beschuldigten befinden sich in Untersuchungshaft. Zwei von ihnen waren zuvor in Kroatien festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert worden. Die Große Strafkammer des Landgerichts Frankfurt am Main hat die Anklage zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet.

Ermittlungen und Vorstrafen im Komplex „Die Firma“

Von insgesamt 33 mutmaßlichen Mitgliedern oder Geschäftspartnern der Gruppierung konnten bislang 17 im In- und Ausland festgenommen werden. Acht Personen wurden bereits zu Freiheitsstrafen zwischen 3 Jahren 10 Monaten und 11 Jahren 6 Monaten verurteilt, sieben davon rechtskräftig. Zudem wurde die Einziehung von Wertersatz für Taterlangtes in Höhe von rund 2,9 Millionen Euro angeordnet. Weitere Beschuldigte befinden sich derzeit in kroatischer Haft und wurden teils im Ausland bereits rechtskräftig verurteilt.

Der neue Anklagefall ergänzt die laufenden Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt – Eingreifreserve – und des Bundeskriminalamts im Kampf gegen die international agierende Tätergruppe „Die Firma“.

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