Migrationsbericht 2024: Nettozuwanderung nach Deutschland sinkt deutlich

Wiesbaden, 4. Februar 2026 (JPD) – Die Nettozuwanderung nach Deutschland ist im Jahr 2024 auf rund 430.000 Personen zurückgegangen. Das entspricht einem Rückgang von rund 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie der aktuelle Migrationsbericht des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zeigt. Hauptursache sind geringere Zuwanderungszahlen aus nahezu allen wichtigen Herkunftsstaaten, während die Zahl der Abwanderungen stabil blieb.

Zuwanderung aus Europa bleibt dominierend

Im Jahr 2024 sind etwa 1,69 Millionen Menschen nach Deutschland zugewandert, 1,26 Millionen verließen das Land wieder. Europäische Staaten stellten dabei weiterhin die Hauptquelle: 61,3 Prozent der Zugezogenen kamen aus Europa, davon rund ein Drittel aus EU-Ländern. An der Spitze standen die Ukraine (13,1 Prozent), Rumänien (10,2 Prozent) und die Türkei (5,2 Prozent). Auch bei den Fortzügen blieb Europa die wichtigste Zielregion, insbesondere Rumänien (14,1 Prozent), die Ukraine (7,9 Prozent) und Polen (7,5 Prozent).

Die Zahl der Asylerstanträge sank deutlich auf 229.751 Personen nach 329.120 im Jahr 2023, ein Rückgang von 30,2 Prozent. Syrien blieb Hauptherkunftsland der Antragstellenden, gefolgt von Afghanistan und der Türkei. Auch die Migration von Drittstaatsangehörigen aus familiären Gründen nahm ab.

Bildungs- und Erwerbsmigration weiterhin gefragt

Die Nachfrage nach Aufenthalten zu Bildungs- und Erwerbszwecken bleibt hoch: Die erteilten Visa zu Erwerbszwecken stiegen 2024 um 9,2 Prozent auf mehr als 172.000. Visa für Studium und Fortbildung nahmen um 18,4 bzw. 36,7 Prozent zu. Im AZR zeigen sich jedoch Rückgänge bei der Bildungs- und Erwerbsmigration, da viele Aufenthaltstitel länger gültig sind und nicht sofort registriert werden. So kamen 2024 49.385 Personen zu Bildungszwecken und 54.590 zu Erwerbszwecken nach Deutschland, jeweils ein Rückgang gegenüber 2023.

Vorläufige Daten für 2025 deuten auf eine Fortsetzung des Trends sinkender Zuwanderung hin. Von Januar bis September 2025 kamen 1.121.622 Personen nach Deutschland (minus 13,3 Prozent), während 949.702 Personen das Land verließen (minus 1,8 Prozent). Die Rückgänge betreffen ausschließlich ausländische Staatsangehörige, während die Zu- und Fortzüge deutscher Staatsangehöriger gestiegen sind.

Der Migrationsbericht der Bundesregierung liefert jährlich einen umfassenden Überblick über die Entwicklung von Zuwanderung, Abwanderung und Asylanträgen. Er dient als Entscheidungsgrundlage für Politik und Verwaltung und informiert die Öffentlichkeit über die Trends im Migrationsgeschehen.

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