Bundesverwaltungsgericht trauert um Richterin Gabriela Bähr

Leipzig, 4. Februar 2026 (JPD) – Die Richterin am Bundesverwaltungsgericht Gabriela Bähr ist am 30. Januar 2026 nach schwerer Krankheit im Alter von 64 Jahren verstorben. Dies teilte das Bundesverwaltungsgericht mit. Mit ihrem Tod verliert das oberste deutsche Verwaltungsgericht eine erfahrene Richterin, die seit Oktober 2021 dem Gericht angehörte und dort in zentralen Bereichen des Verwaltungs- und Wirtschaftsverwaltungsrechts tätig war.

Ihre juristische Laufbahn begann Bähr im Juni 1990 bei der Staatsanwaltschaft des Landgerichts Berlin. Bereits im Jahr darauf wechselte sie zur Senatsverwaltung für Inneres des Landes Berlin und im Juni 1992 weiter zur Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur. Von Juni 1998 bis Juli 2009 war sie Richterin am Verwaltungsgericht Berlin, wo sie zeitweise an das Bundesverwaltungsgericht sowie an das Bundesministerium der Justiz abgeordnet war.

Tätigkeit am Bundesverwaltungsgericht und in Berlin

Zwischen Juli 2007 und Juli 2009 war Bähr an das Kammergericht Berlin abgeordnet und wurde anschließend dorthin befördert. Im Juli 2018 kehrte sie unter gleichzeitiger Ernennung zur Vorsitzenden Richterin an das Verwaltungsgericht Berlin zurück. Mit dieser Funktion übernahm sie erneut Verantwortung in der Berliner Verwaltungsgerichtsbarkeit, bevor sie in den Bundesdienst wechselte.

Seit ihrer Ernennung zur Richterin am Bundesverwaltungsgericht im Oktober 2021 gehörte Bähr dem 7. Revisionssenat an. Dieser Senat ist insbesondere für das Immissionsschutzrecht, das Recht des Baus von Wasserstraßen, das Eisenbahn- und Eisenbahnkreuzungsrecht sowie Streitigkeiten nach dem LNG-Beschleunigungsgesetz zuständig. Darüber hinaus war sie Mitglied des 10. Revisionssenats, der unter anderem über Fragen des Informationsfreiheitsrechts sowie des presse-, rundfunk-, archiv- und medienrechtlichen Informations-, Einsichts- und Auskunftsrechts entscheidet.

Mit dem Tod von Gabriela Bähr verliert das Bundesverwaltungsgericht eine Richterin, die an der Rechtsprechung in politisch und wirtschaftlich bedeutsamen Bereichen wie Umweltrecht, Infrastrukturrecht und Informationszugang maßgeblich beteiligt war. Das Gericht würdigte sie als geschätzte Kollegin und erfahrene Juristin.

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