Bundesgerichtshof trauert um Prof. Dr. Andreas Jurgeleit – BGH-Richter mit 65 Jahren verstorben

Karlsruhe, 3. Februar 2026 (JPD) – Der Bundesgerichtshof trauert um Richter Prof. Dr. Andreas Jurgeleit. Der dem VII. Zivilsenat angehörende Jurist ist am 29. Januar 2026 im Alter von 65 Jahren verstorben. Jurgeleit war seit Januar 2013 Richter am Bundesgerichtshof und prägte dort über mehr als dreizehn Jahre die Rechtsprechung im Zivilrecht, insbesondere im Werkvertrags-, Handelsvertreter- und Franchiserecht.

Jurgeleit wurde in Bochum geboren und trat nach Abschluss seiner juristischen Ausbildung sowie einer kurzen Tätigkeit als Rechtsanwalt im Februar 1990 in den höheren Justizdienst des Landes Nordrhein-Westfalen ein. Erste Stationen führten ihn an das Landgericht Essen sowie an die Amtsgerichte Gelsenkirchen und Essen-Steele. Im November 1992 wurde er zum Richter am Landgericht ernannt und war in den folgenden Jahren unter anderem als Lehrbeauftragter an der Fachhochschule für Rechtspflege in Bad Münstereifel tätig.

Nach weiteren Verwendungen am Landgericht Essen folgten Abordnungen an das Oberlandesgericht Düsseldorf und in das Justizministerium Nordrhein-Westfalen. Dort war Jurgeleit unter anderem als Referatsleiter eingesetzt. Im Februar 2001 wurde er zum Richter am Oberlandesgericht Hamm befördert. Seit Anfang 2004 gehörte er verschiedenen Zivilsenaten dieses Gerichts an, zeitweise unterbrochen durch Abordnungen an die Verwaltung des nordrhein-westfälischen Landtags sowie eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter einer Landtagsfraktion. Im April 2009 verlieh ihm die Juristische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum die Honorarprofessur.

Prägende Rolle im VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs

Am 8. Januar 2013 wurde Prof. Dr. Andreas Jurgeleit zum Richter am Bundesgerichtshof ernannt. Er gehörte dem VII. Zivilsenat an, der schwerpunktmäßig für Streitigkeiten aus dem Werkvertragsrecht, für Rechtsfragen der Handelsvertreter- und Franchiseverträge sowie für Teile des Zwangsvollstreckungsrechts zuständig ist. Darüber hinaus war Jurgeleit für seinen Senat als stellvertretendes Mitglied in den Gemeinsamen Senat der obersten Gerichtshöfe des Bundes entsandt.

Während seiner mehr als dreizehnjährigen Tätigkeit am Bundesgerichtshof wirkte Jurgeleit maßgeblich an der Fortentwicklung der zivilrechtlichen Rechtsprechung mit. Mit seinem Tod verliert das oberste deutsche Zivilgericht einen Richter, der die Arbeit des VII. Zivilsenats über Jahre hinweg fachlich und institutionell geprägt hat.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner