ifo-Barometer: Stellenabbau in Deutschland verlangsamt sich

München, 28. Januar 2026 (JPD) – Der geplante Stellenabbau in deutschen Unternehmen verliert an Tempo. Das ifo Beschäftigungsbarometer stieg im Januar auf 93,4 Punkte, nach 91,9 Punkten im Dezember. Damit signalisiert der Indikator eine leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt, ohne jedoch eine Trendwende einzuleiten. Nach Angaben des ifo Instituts bleibt die Beschäftigungslage insbesondere in der Industrie angespannt.

„Der Stellenabbau verlangsamt sich, kommt aber noch nicht zum Stillstand“, erklärte Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. Vor allem das verarbeitende Gewerbe stehe weiter unter Druck. Eine nachhaltige Belebung der Beschäftigung sei derzeit nicht absehbar, da viele Unternehmen weiterhin mit vorsichtiger Personalplanung reagierten.

Industrie weiter unter Druck – Dienstleister suchen Personal

In nahezu allen Industriebereichen planen die Unternehmen weiterhin einen Abbau von Arbeitsplätzen. Besonders betroffen sind die Automobilbranche sowie Betriebe aus dem Metallsektor, die mit geringeren Mitarbeiterzahlen kalkulieren. Auch der Handel rechnet für das neue Jahr mit weniger Beschäftigten und signalisiert Zurückhaltung bei Neueinstellungen.

Stabiler zeigt sich dagegen der Dienstleistungssektor. Dort legte das ifo-Barometer merklich zu, positive und negative Erwartungen halten sich aktuell die Waage. Vor allem Ingenieurbüros und IT-Dienstleister planen, zusätzliches Personal einzustellen. Im Baugewerbe bleibt die Lage hingegen nahezu unverändert, die Unternehmen gehen überwiegend von einer gleichbleibenden Beschäftigtenzahl aus.

Trotz der leichten Verbesserung verdeutlicht das Beschäftigungsbarometer, dass der deutsche Arbeitsmarkt noch keine klare Erholung erreicht hat. Der Rückgang des Stellenabbaus deutet zwar auf eine Abschwächung der negativen Dynamik hin, eine breit angelegte Trendwende bei Beschäftigung und Neueinstellungen ist nach Einschätzung des ifo Instituts jedoch noch nicht in Sicht.

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