Hessens Commercial Court und Chambers ziehen positive Halbjahresbilanz

Frankfurt/Wiesbaden, 26. Januar 2026 (JPD) – Rund sechs Monate nach ihrer Einrichtung ziehen Hessens Commercial Court und die Commercial Chambers am Landgericht Frankfurt eine positive Zwischenbilanz. Seit Beginn der Tätigkeit am 1. Juli 2025 sind etwa 60 Verfahren eingegangen, die Streitwerte summieren sich auf rund 840 Millionen Euro. Justizminister Christian Heinz betonte, dass das neue Angebot gut angenommen werde und davon auch die öffentliche Hand profitiere.

Die Bandbreite der Streitwerte reicht von 500.000 Euro bis 450 Millionen Euro. Daraus resultierende Gerichtsgebühren fließen in die Justizkasse, die Höhe richtet sich nach dem jeweiligen Streitwert. Bei einem Verfahren mit einem Streitwert von einer Million Euro lägen die Gebühren bei rund 19.000 Euro. Der Commercial Court am Oberlandesgericht Frankfurt besteht aus zwei spezialisierten Wirtschaftssenaten, die wirtschaftsrechtliche Streitigkeiten erstinstanzlich ab 500.000 Euro Streitwert verhandeln. Auf Wunsch der Parteien können Verfahren dort auch auf Englisch geführt werden.

Fachlich spezialisierte Senatsstruktur etabliert

Sofern Parteien den Commercial Court nicht wählen, werden wirtschaftsrechtliche Streitigkeiten vor den Commercial Chambers am Landgericht Frankfurt verhandelt. Dort stehen drei Kammern für Handelssachen und drei Zivilkammern als Commercial Chambers zur Verfügung. Präsident Dr. Alexander Seitz bezeichnete die Senate des Commercial Court als festen Bestandteil der fachlich ausdifferenzierten OLG-Senatslandschaft. „Die Erfahrungen mit den ersten Verfahrenseingängen sind durchweg positiv“, erklärte Seitz.

Die Senate des Commercial Court werden von Richterin Ulrike Willoughby und Richter Jens-Daniel Braun geleitet. Die Commercial Chambers stehen unter der Leitung von Richterin Yvonne Gräfin von Bassewitz, Richter Dr. Felix Bergmeister LL.M. und Richterin Dr. Linda Schlegel. Präsident Prof. Dr. Carsten Paul vom Landgericht Frankfurt betonte, dass bereits Dutzende Verfahren eingegangen seien, Organisationstermine durchgeführt wurden und teilweise auf Englisch verhandelt worden sei.

Seit November 2025 verfügen beide Institutionen über eigene, an die Anforderungen komplexer wirtschaftsrechtlicher Verfahren angepasste Räumlichkeiten. Die Einrichtung soll die zügige und effiziente Durchführung der Verfahren unterstützen und die Spezialisierung auf wirtschaftsrechtliche Streitigkeiten unterstreichen.

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