
Wiesbaden, 12. Januar 2026 (JPD) – Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist im Dezember 2025 spürbar gestiegen. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lagen die Insolvenzanträge um 15,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. In der Statistik werden Anträge erst nach der ersten Entscheidung des zuständigen Insolvenzgerichts erfasst, sodass der tatsächliche Antrag in vielen Fällen mehrere Monate früher gestellt wurde.
Mehr Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen im Herbst 2025
Bereits für den Oktober 2025 zeigen die nun endgültig vorliegenden Daten einen anhaltenden Aufwärtstrend bei den Unternehmensinsolvenzen. Die Amtsgerichte meldeten bundesweit 2.108 beantragte Unternehmensinsolvenzen, was einem Anstieg von 4,8 Prozent gegenüber Oktober 2024 entspricht. Die von den Gerichten bezifferten Forderungen der Gläubiger beliefen sich auf rund 2,6 Milliarden Euro und lagen damit deutlich unter dem Vorjahreswert von rund 3,8 Milliarden Euro, was auf eine geringere Zahl wirtschaftlich besonders bedeutender Insolvenzen zurückgeführt wird.
Die Insolvenzhäufigkeit variierte dabei deutlich zwischen den Wirtschaftsbereichen. Bezogen auf 10.000 Unternehmen verzeichnete der Bereich Verkehr und Lagerei mit 12,3 Fällen die höchste Quote. Es folgten das Gastgewerbe mit 10,5 sowie das Baugewerbe mit 8,5 Unternehmensinsolvenzen je 10.000 Unternehmen.
Auch bei den privaten Haushalten nahm die Zahl der Insolvenzen zu. Im Oktober 2025 registrierten die Amtsgerichte 6.709 Verbraucherinsolvenzen, was einem Plus von 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Die Entwicklung unterstreicht, dass die wirtschaftlichen Belastungen nicht nur Unternehmen, sondern zunehmend auch Verbraucher treffen.
Mit dem Berichtsmonat Dezember 2025 stellt das Statistische Bundesamt zudem die Veröffentlichung vorläufiger Ergebnisse zu den Regelinsolvenzen auf Basis der Insolvenzbekanntmachungen der Amtsgerichte ein. Endgültige Insolvenzdaten sollen weiterhin in der bisherigen Form veröffentlicht werden.