Wiesbaden, 2. Januar 2026 (JPD)
Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist im Jahresdurchschnitt 2025 erstmals seit Jahren leicht zurückgegangen. Nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren rund 46,0 Millionen Menschen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig, was einem Rückgang um 5.000 Personen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit endete der langjährige Beschäftigungsaufbau, der – mit Ausnahme des Corona-Jahres 2020 – seit 2006 angehalten hatte. Bereits 2024 hatte sich das Wachstum deutlich abgeschwächt, bevor das Vorjahresniveau 2025 geringfügig unterschritten wurde.

Getragen wurde der Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr ausschließlich von den Dienstleistungsbereichen. Gleichzeitig nahm die Zahl der Erwerbslosen deutlich zu, was auf eine konjunkturelle Abkühlung und strukturelle Veränderungen am Arbeitsmarkt hinweist.

Dienstleistungssektor stabilisiert den Arbeitsmarkt

Nach Angaben von Destatis arbeiteten 75,9 Prozent aller Erwerbstätigen im Jahr 2025 im Dienstleistungssektor. Dort stieg die Beschäftigung im Vergleich zum Vorjahr um 164.000 Personen auf 34,9 Millionen. Besonders stark fiel der Zuwachs im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit aus, der um 205.000 Erwerbstätige wuchs. Auch Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie sonstige Dienstleistungen verzeichneten moderate Beschäftigungsgewinne.

Demgegenüber setzte sich in konjunkturabhängigen Dienstleistungszweigen der Abbau von Arbeitsplätzen fort. Bei den Unternehmensdienstleistern, zu denen auch die Arbeitnehmerüberlassung zählt, sank die Zahl der Erwerbstätigen ebenso wie im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe. Erstmals seit neun Jahren ging zudem die Beschäftigung im Sektor Information und Kommunikation leicht zurück.

Beschäftigungsrückgang in Industrie und Bau

Deutlich negativ entwickelte sich die Erwerbstätigkeit außerhalb der Dienstleistungsbereiche. Im Produzierenden Gewerbe ohne Baugewerbe sank die Zahl der Beschäftigten um 143.000 auf 7,9 Millionen. Auch im Baugewerbe ging die Erwerbstätigkeit um 23.000 Personen zurück. Insgesamt verringerte sich der Anteil des Produzierenden Gewerbes an allen Erwerbstätigen weiter. In der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei setzte sich der seit Jahren anhaltende Rückgang ebenfalls fort.

Strukturell wirkte sich neben der schwächeren Konjunktur erneut der demografische Wandel aus. Während geburtenstarke Jahrgänge aus dem Erwerbsleben ausschieden, rückten weniger junge Arbeitskräfte nach. Stützend wirkten laut Destatis die Nettozuwanderung ausländischer Arbeitskräfte sowie eine gestiegene Erwerbsbeteiligung älterer Menschen und von Frauen.

Mehr Erwerbslose, Quote steigt auf 3,5 Prozent

Parallel zur stagnierenden Erwerbstätigkeit nahm die Zahl der Erwerbslosen im Jahresdurchschnitt 2025 deutlich zu. Sie stieg um 161.000 Personen auf 1,7 Millionen. Die Erwerbslosenquote erhöhte sich damit von 3,1 auf 3,5 Prozent. Zwar wuchs die Zahl der Erwerbspersonen insgesamt leicht, doch reichte dies nicht aus, um den Anstieg der Erwerbslosigkeit zu verhindern.

Während die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geringfügig zunahm, setzte sich der Rückgang bei den Selbstständigen fort. Deren Zahl sank gegenüber dem Vorjahr auf 3,7 Millionen und markierte damit die Fortsetzung eines seit 2012 anhaltenden Trends.

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