Erding/Landshut, 16. Januar 2026 (JPD) – Die Riedl Kunststofftechnik und Formenbau GmbH & Co. KG hat beim zuständigen Amtsgericht Landshut einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Das Gericht ordnete die vorläufige Insolvenzverwaltung an und bestellte Rechtsanwalt Marc-André Kuhne von der Kanzlei dkr kuhne dr. raith zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Der Geschäftsbetrieb des Erdinger Unternehmens wird nach Angaben der Beteiligten ohne Einschränkungen fortgeführt.

Das auf die Herstellung von Spritzgussformen aus Metall und die Produktion hochwertiger Kunststoffteile spezialisierte Unternehmen ist seit Jahrzehnten am Markt tätig. Der heutige Betrieb geht auf ein 1959 gegründetes Einzelunternehmen zurück, die aktuelle Gesellschaftsform besteht seit 1998. Zum Kundenkreis zählen unter anderem Rohde & Schwarz, Kermi, Schott-Glas und ThermoFisher.

Nach der Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung nahm der Insolvenzverwalter gemeinsam mit der Geschäftsführung Maßnahmen zur Stabilisierung des Unternehmens auf. Die laufende Produktion am Standort Erding sowie die Belieferung der Kunden sollen weiterhin gesichert sein. Ziel der vorläufigen Verwaltung ist es, die wirtschaftliche Basis des Betriebs zu erhalten und die Voraussetzungen für eine Sanierung zu schaffen.

Umsatzrückgang belastet Kunststofftechnik-Unternehmen

Ursache der wirtschaftlichen Schieflage ist nach Angaben aus dem Verfahren ein Umsatzrückgang von rund 25 Prozent sowie gestiegene Kosten im Werkzeugbau. In der Folge geriet das Unternehmen im Jahr 2025 in die Verlustzone. Der vorläufige Insolvenzverwalter prüft derzeit die wirtschaftliche Situation und bereitet Optionen für eine nachhaltige Fortführung vor.

Die Belegschaft wurde über den Insolvenzantrag informiert. Von der Insolvenz betroffen sind 29 Beschäftigte, darunter 25 Vollzeitkräfte und zwei Auszubildende. Die Löhne und Gehälter sind bis Februar 2026 über das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit abgesichert.

Parallel zur Stabilisierung des laufenden Geschäfts wird an einer langfristigen Lösung gearbeitet. Im Raum stehen sowohl eine interne Fortführung etwa im Rahmen eines Management-Buy-Outs durch Mitarbeiter als auch ein strukturierter Investorenprozess, um externe Partner zu gewinnen. Der Insolvenzverwalter sieht in der technischen Kompetenz und dem bestehenden Kundenstamm eine Grundlage für die Sanierung und den Erhalt von Standort und Arbeitsplätzen.

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