Bremerhaven, 11. Februar 2026 (JPD) – Die Fischverarbeitungsunternehmen ISEY Fischimport GmbH und Fimex Tiefkühl GmbH aus Bremerhaven haben Insolvenzanträge gestellt. Nach Angaben des zuständigen Amtsgerichts Bremerhaven beantragten beide Gesellschaften am 5. Februar 2026 die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Einen Tag später ordnete das Gericht jeweils die vorläufige Insolvenzverwaltung an und bestellte Rechtsanwalt Dr. Christian Kaufmann von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH zum vorläufigen Insolvenzverwalter.
Der Geschäftsbetrieb der beiden eng verzahnten Betriebe wird trotz der Antragstellung fortgeführt. ISEY ist auf Import und Vertrieb von Fischprodukten spezialisiert, während Fimex die Annahme, Lagerung und Verarbeitung von Tiefkühl- und Frischfischerzeugnissen übernimmt. Import, Lagerung und Auslieferung laufen nach Angaben der Beteiligten planmäßig weiter, bestehende Aufträge sollen weiterhin bedient werden.
Geschäftsbetrieb läuft weiter – Insolvenzgeld sichert Arbeitsplätze
Im Antragsverfahren arbeiten Geschäftsführung und vorläufiger Insolvenzverwalter eng zusammen, um die wirtschaftliche Lage zu analysieren und eine tragfähige Sanierungslösung zu entwickeln. Dr. Kaufmann verschafft sich nach eigenen Angaben einen umfassenden Überblick über die finanzielle Situation und prüft gemeinsam mit der Unternehmensleitung Optionen für die Zukunft der Fischverarbeitungsbetriebe in Bremerhaven.
Die Löhne und Gehälter der insgesamt 36 Beschäftigten sind über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Bei der ISEY Fischimport GmbH sind 11 Mitarbeiter tätig, bei der Fimex Tiefkühl GmbH 25. Der vorläufige Insolvenzverwalter betont, dass eine reibungslose Fortführung des Betriebs gerade im Lebensmittelbereich von besonderer Bedeutung sei. Die Belegschaft wurde über das Verfahren und die nächsten Schritte informiert, erste Gespräche mit Geschäftspartnern fanden bereits statt.
Ursachen der Insolvenz und Bedeutung des Standorts Bremerhaven
Beide Unternehmen wurden 1989 gegründet und sind auf den Import von Frischfisch aus Island für den deutschen und europäischen Markt ausgerichtet. Die Ware wird nach dem Fang vereist, in Kühlcontainern transportiert und direkt nach Bremerhaven geliefert. Zu den wichtigsten Produkten zählen unter anderem Rotbarsch, Kabeljau, Scholle, Steinbeißer und Seelachs aus MSC-zertifizierter Fischerei, die anschließend verarbeitet und vermarktet werden.
Hintergrund der Insolvenzanträge sind nach Angaben der Beteiligten deutlich gestiegene Kosten, die in dem volatilen Marktumfeld nicht in ausreichendem Maß weitergegeben werden konnten und zuletzt die Liquidität belasteten. Die Geschäftsführung erklärt, der laufende Betrieb und die Belieferung der Kunden hätten weiterhin höchste Priorität. Gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter soll nun eine Perspektive für die Zukunft der Fischverarbeitung in Bremerhaven erarbeitet werden.






