Hannover, 20. Januar 2026 (JPD) – Die Gläubiger der Metallgießerei Wilhelm Funke GmbH & Co. KG aus Alfeld (Leine) haben dem Insolvenzplan zugestimmt. In einem Abstimmungstermin billigten sie den von Insolvenzverwalter Ingo Thurm (PLUTA Rechtsanwalts GmbH) vorgelegten Plan einstimmig. Nach der noch ausstehenden gerichtlichen Bestätigung kann das Insolvenzverfahren zeitnah beendet werden.

Mit der Annahme des Plans erhält das Unternehmen rechtliche und wirtschaftliche Planungssicherheit. Ziel ist die Fortführung des Betriebs außerhalb des Insolvenzverfahrens. Die Struktur des Verfahrens ermöglicht es, die Sanierung verbindlich umzusetzen und den Geschäftsbetrieb auf eine dauerhafte Grundlage zu stellen. Damit bleibt die Metallgießerei Funke als Produktionsstandort in Niedersachsen erhalten.

Fortführung des Betriebs und neue Gesellschafterstruktur

Ein Kernpunkt des Insolvenzplans ist die strategische Erweiterung des Geschäftsmodells. Die bisherigen Tätigkeitsfelder sollen ergänzt werden, unter anderem in Bereichen wie Luftfahrttechnik und Rüstungsindustrie. Bei Antragstellung beschäftigte das Unternehmen 98 Arbeitnehmer, aktuell sind 74 Mitarbeiter tätig. Kündigungen wurden im Verlauf des Verfahrens nicht ausgesprochen. Der Betrieb wurde seit der Antragstellung über mehr als 14 Monate fortgeführt.

Parallel zur Sanierung tritt eine neue Gesellschafterstruktur in Kraft. Künftig kommen mit Sascha Festing und Jan Kaste zwei weitere Gesellschafter hinzu, die bereits seit Jahren in Geschäftsführungs- beziehungsweise Leitungsfunktionen im Unternehmen tätig sind. Wilhelm Funke und Jürgen Dreyer bleiben beteiligt, während Birgit Bredthauer künftig keine Anteile mehr hält. Die neue Eigentümerbasis soll die wirtschaftliche Stabilisierung und die weitere Entwicklung der Gießerei Funke tragen.

Nach Angaben des Insolvenzverwalters verfügt das Unternehmen weiterhin über eine tragfähige Auftragslage, der Produktionsbetrieb läuft ohne Unterbrechung weiter. Das Verfahren soll planmäßig fortgesetzt und voraussichtlich Ende Februar 2026 aufgehoben werden. Eine erste Ausschüttung an die Gläubiger ist für das erste Halbjahr 2026 vorgesehen.

Die Metallgießerei Wilhelm Funke GmbH & Co. KG hatte im Herbst 2024 Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Hildesheim ordnete am 29. Oktober 2024 die vorläufige Insolvenzverwaltung an und bestellte Ingo Thurm zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Mit Eröffnung des Verfahrens am 1. Januar 2025 wurde Thurm zum Insolvenzverwalter eingesetzt.

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