Karlsruhe, 13. Februar 2026 (JPD) – Nach dem Start der Insolvenzverfahren über die Vermögen der Kita-Betreibergesellschaften Pro-Liberis gGmbH und Lenitas gGmbH ist die Auszahlung des Insolvenzgeldes angelaufen. Nach Angaben der vorläufigen Insolvenzverwaltung erhalten rund 600 Mitarbeitende innerhalb weniger Werktage die noch ausstehenden Januargehälter. Auch die Vergütungen für Februar und März sollen über das Insolvenzgeld zu den üblichen Fälligkeitsterminen ausgezahlt werden.
Die Verfahren waren in der vergangenen Woche eingeleitet worden. Geschäftsführung und vorläufige Insolvenzverwaltung erklärten, die organisatorischen Voraussetzungen für die Insolvenzgeldvorfinanzierung seien kurzfristig geschaffen worden. Ziel sei es gewesen, die Lohn- und Gehaltszahlungen rasch zu sichern und den Beschäftigten Planungssicherheit zu geben.
Neuaufstellung der Betreibergesellschaften geplant
Parallel zur Sicherung der Gehälter arbeiten Geschäftsführung und vorläufige Insolvenzverwalter an einer strukturellen Neuaufstellung der beiden gemeinnützigen Träger. Angestrebt werde der Erhalt der Gesellschaften, ihrer Einrichtungen sowie der Arbeitsplätze. Die Dauer der Verfahren werde voraussichtlich mehrere Monate in Anspruch nehmen, da betriebswirtschaftliche und organisatorische Fragen umfassend geprüft werden müssten.
Nach Darstellung der Verantwortlichen läuft der Betrieb in sämtlichen Einrichtungen uneingeschränkt weiter. Die Betreuung in den Kindertageseinrichtungen sowie die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe seien weiterhin gewährleistet. Auswirkungen auf Umfang oder Qualität der Leistungen für Kinder, Eltern und betreute Familien seien nicht vorgesehen.
Die in Karlsruhe ansässige Pro-Liberis gGmbH betreibt nach eigenen Angaben 20 Kindertagesstätten mit insgesamt 907 genehmigten Betreuungsplätzen, darunter 440 Plätze für Kinder unter drei Jahren. Zum Zeitpunkt der Antragstellung waren dort 447 Mitarbeitende beschäftigt. Die ebenfalls in Karlsruhe ansässige Lenitas gGmbH unterhält neun Kindertageseinrichtungen für Kinder mit und ohne Behinderung mit 452 Kita-Plätzen sowie weitere Angebote der Kinder- und Jugendhilfe, darunter eine Jugendwohngemeinschaft, eine vollstationäre Wohngruppe und eine Familienwerkstatt. Dort sind 170 Mitarbeitende tätig.
Mit der gesicherten Auszahlung des Insolvenzgeldes und dem fortgeführten Betrieb setzen beide Träger auf Stabilität während der laufenden Insolvenzverfahren.






