Kempten/Stuttgart, 9. Januar 2026 (JPD) – Die Feneberg Lebensmittel GmbH hat beim Amtsgericht Kempten ein Schutzschirmverfahren nach § 270d Insolvenzordnung beantragt. Das Unternehmen, einer der größten selbstständigen Lebensmittelhändler in Deutschland, strebt damit eine wirtschaftliche und strukturelle Neuaufstellung in Eigenverwaltung an. Der Geschäftsbetrieb soll während des Verfahrens fortgeführt werden.

Nach Angaben des Unternehmens wird Feneberg im Schutzschirmverfahren von der Kanzlei GRUB BRUGGER beraten. Die rechtliche Begleitung übernimmt ein Team um den auf Insolvenz- und Sanierungsrecht spezialisierten Partner Dr. Frank Schäffler. Als Generalbevollmächtigter wurde der GRUB-BRUGGER-Partner Jochen Sedlitz eingesetzt, während die operative Sanierung von Stephan Leibold als Sanierungsgeschäftsführer gemeinsam mit der bisherigen Geschäftsführerin Amelie Feneberg verantwortet wird. Zum vorläufigen Sachwalter bestellte das Amtsgericht Kempten Prof. Dr. Martin Hörmann.

Gerichtliches Sanierungsverfahren mit Fokus auf Filialnetz

Mit dem Schutzschirmverfahren reagiert Feneberg auf eine seit längerer Zeit angespannte wirtschaftliche Lage. Belastend wirkten nach Unternehmensangaben insbesondere anhaltende Verluste, hohe Pensionsverpflichtungen sowie strukturelle Schwächen im Filialnetz. Hinzu kämen die wirtschaftlichen Folgen der Insolvenz der früheren Tochtergesellschaft Allgäu Fresh Foods.

Im Zentrum der Sanierung steht eine umfassende Überprüfung der bestehenden Standorte. Dauerhaft nicht wirtschaftlich betriebene Filialen sollen kritisch bewertet werden. Neben möglichen Schließungen prüft das Unternehmen auch die Übertragung einzelner Filialen oder Filialgruppen auf Investoren, sofern hierfür tragfähige rechtliche und wirtschaftliche Konzepte bestehen. Ziel sei es, möglichst viele Standorte in angepasster Struktur fortzuführen.

Der laufende Geschäftsbetrieb im Lebensmitteleinzelhandel soll nach Angaben der Verfahrensbeteiligten uneingeschränkt weitergehen. Die Versorgung der Kundinnen und Kunden sei ebenso sichergestellt wie die Lohnzahlungen an die rund 3000 Beschäftigten. Die Finanzierung des Unternehmens während der geplanten Sanierungsphase sei gewährleistet.

Die Sanierung stützt sich auf einen bereits erarbeiteten Maßnahmenkatalog und soll durch einen parallel angestoßenen Investorenprozess ergänzt werden. Dabei sollen zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten und strategische Optionen ausgelotet werden, um eine tragfähige Perspektive für das Unternehmen zu entwickeln.

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