Teilzeit : Frauen wegen Betreuung – Männer wegen Weiterbildung

Wiesbaden, 30. Januar 2026 (JPD) – Teilzeitarbeit in Deutschland beruht überwiegend auf einer freiwilligen Entscheidung der Beschäftigten. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis der Endergebnisse des Mikrozensus 2024 mitteilte, nannten 27,9 Prozent der insgesamt 13,1 Millionen Teilzeitbeschäftigten den eigenen Wunsch als Hauptgrund für die Reduzierung der Arbeitszeit. Frauen entschieden sich mit einem Anteil von 28,9 Prozent etwas häufiger bewusst für Teilzeit als Männer mit 24,9 Prozent.

Neben der freiwilligen Arbeitszeitverkürzung spielen familiäre und qualifikationsbezogene Motive eine zentrale Rolle. Insgesamt arbeiteten 30,6 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland in Teilzeit. Die Teilzeitquote lag bei Frauen mit 49,5 Prozent deutlich höher als bei Männern, von denen 13,9 Prozent in Teilzeit tätig waren. Die Daten zeigen damit weiterhin eine ausgeprägte geschlechtsspezifische Verteilung der Arbeitszeitmodelle auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Betreuung ist Hauptmotiv für Frauen, Ausbildung für Männer

Ein wesentlicher Grund für Teilzeitarbeit ist die Betreuung von Angehörigen. 23,5 Prozent der Teilzeitbeschäftigten reduzierten ihre Arbeitszeit, um Kinder, Menschen mit Behinderungen oder Pflegebedürftige zu versorgen. Bei Frauen lag dieser Anteil mit 28,8 Prozent mehr als viermal so hoch wie bei Männern, die lediglich zu 6,8 Prozent Betreuung als Motiv nannten. Damit bleibt die familiäre Sorgearbeit ein zentraler Faktor für weibliche Erwerbsbiografien.

Demgegenüber spielt Qualifizierung vor allem bei Männern eine größere Rolle. Eine Aus- oder Fortbildung beziehungsweise ein Studium war für 11,6 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten der Grund für die geringere Stundenzahl. Männer gaben dieses Motiv mit 21,5 Prozent deutlich häufiger an als Frauen, bei denen der Anteil 8,4 Prozent betrug. Weitere Gründe für Teilzeitarbeit waren Krankheit oder Behinderung mit 4,9 Prozent sowie der Wunsch nach Vollzeit ohne passende Stellenangebote mit 4,8 Prozent.

Mehrheit betreut Angehörige aus eigenem Wunsch

Wer wegen Betreuungspflichten in Teilzeit arbeitet, tut dies überwiegend aus eigenem Entschluss. Nach Angaben von Destatis erklärten 65,3 Prozent der Betroffenen, die Betreuung bewusst selbst übernehmen zu wollen. Die Verfügbarkeit institutioneller Angebote spielte demnach eine geringere Rolle für die Entscheidung zur Arbeitszeitreduzierung.

So gaben 11,1 Prozent der Beschäftigten an, dass zu den benötigten Zeiten kein geeignetes Betreuungsangebot vorhanden sei. Weitere 5,2 Prozent konnten sich entsprechende Angebote finanziell nicht leisten, und 3,1 Prozent fanden in der Nähe keine passende Betreuung. Für 15,4 Prozent waren sonstige Gründe ausschlaggebend. Insgesamt deutet die Statistik darauf hin, dass Teilzeitarbeit im Zusammenhang mit Betreuungspflichten überwiegend auf individuellen Präferenzen beruht und weniger auf strukturellen Engpässen.

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