Bundesjustizministerin Hubig eröffnet Wanderausstellung „Die Rosenburg“ in Zweibrücken

Zweibrücken, 3. Februar 2026 (JPD) – Anlässlich der Vernissage der Wanderausstellung „Die Rosenburg“ besuchte Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz Dr. Stefanie Hubig das Pfälzische Oberlandesgericht Zweibrücken. Die Ausstellung thematisiert die nationalsozialistische Vorgeschichte des Bundesministeriums der Justiz und ist seit 2017 weltweit unterwegs, unter anderem in den USA, Israel und Polen. Erstmals wird sie nun in Rheinland-Pfalz gezeigt.

Die Eröffnungsveranstaltung begann mit einem musikalischen Auftakt des Trios „Les Musiciens du duc Christian“ der Musikschule Zweibrücken, das Werke des Komponisten Hans Gál präsentierte, der selbst unter der NS-Herrschaft leiden musste. In ihren Grußworten betonten der Präsident des Oberlandesgerichts, Bernhard Thurn, und Justizminister Philipp Fernis die Bedeutung der Verteidigung demokratischer Grundordnung und des Grundgesetzes.

Auseinandersetzung mit NS-Vergangenheit der Justiz

In ihrer Eröffnungsrede unterstrich Bundesministerin Hubig die fortdauernde Relevanz der historischen Aufarbeitung: „Demokratie und Rechtsstaat stehen weltweit unter Druck. Extreme und autoritäre Kräfte arbeiten gezielt an der Sabotage und Diskreditierung von Justiz, Parlament und Verwaltung. Die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte bleibt in Anbetracht dieser Gefahren besonders wichtig.“ Die Wanderausstellung „Die Rosenburg“ setze ein Zeichen gegen das Vergessen und erinnere an das NS-Unrecht in der Justiz sowie an personelle Kontinuitäten zwischen der Juristenschaft der NS-Diktatur und der frühen Bundesrepublik.

Im Rahmen der Ausstellung präsentierte Dr. Thomas Grotum einen Vortrag über Heinrich Welsch, den ehemaligen Generalstaatsanwalt am Oberlandesgericht Zweibrücken, und regte damit eine kritische Auseinandersetzung mit der Rolle führender Justizpersonen in der NS-Zeit an.

Hintergrund: Die Rosenburg in Bonn-Kessenich diente von 1950 bis 1973 als Sitz des Bundesministeriums der Justiz. Das „Rosenburg-Projekt“ untersuchte 2012 unter Leitung von Historiker Prof. Manfred Görtemaker und Jurist Prof. Christoph Safferling die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit innerhalb des Ministeriums. Die Wanderausstellung gliedert sich in neun Bereiche und nutzt Stelen und Multimedia-Inhalte, um Biographien und Originalaussagen zu präsentieren und das Bewusstsein für historischen Unrechtshandling zu schärfen.

Die Ausstellung im Pfälzischen Oberlandesgericht Zweibrücken ist Montag bis Donnerstag von 8 bis 17 Uhr und Freitag von 8 bis 13 Uhr geöffnet. Zusätzlich werden Sondertermine an den Wochenenden angeboten.

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