
Wiesbaden, 19. Februar 2026 (JPD) – Der Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland ist im Dezember 2025 erneut gestiegen. Wie das Statistisches Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilte, erhöhte sich der reale, also preisbereinigte Auftragsbestand gegenüber November 2025 kalender- und saisonbereinigt um 1,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Dezember 2024 ergibt sich kalenderbereinigt ein Zuwachs von 7,0 Prozent.
Nach Angaben der Behörde lagen die Ergebnisse für das Saarland bei der Berechnung des Bundesergebnisses nicht rechtzeitig vor und wurden daher geschätzt. Grundlage der Berechnung ist der Volumenindex 2015 = 100 unter Anwendung des Verfahrens X13 JDemetra+ zur Saison- und Kalenderbereinigung.
Sonstiger Fahrzeugbau treibt Anstieg im Auftragsbestand
Ausschlaggebend für die positive Entwicklung im Dezember war insbesondere der deutliche Anstieg im Sonstigen Fahrzeugbau, der Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge umfasst. In diesem Bereich nahm der Auftragsbestand gegenüber dem Vormonat um 4,5 Prozent zu. Auch die Herstellung von Metallerzeugnissen verzeichnete mit einem Plus von 5,4 Prozent einen spürbaren Zuwachs.
Dagegen verringerte sich der Auftragsbestand in der Automobilindustrie um 2,9 Prozent. Differenziert nach Absatzmärkten stiegen die offenen Aufträge aus dem Inland um 3,0 Prozent, während der Bestand an Auslandsaufträgen im Monatsvergleich unverändert blieb.
Bei den Gütergruppen erhöhte sich der Auftragsbestand bei den Herstellern von Investitionsgütern um 1,2 Prozent und bei Vorleistungsgütern um 0,8 Prozent. Hersteller von Konsumgütern meldeten einen Zuwachs von 2,7 Prozent.
Reichweite des Auftragsbestands steigt auf 8,2 Monate
Die sogenannte Reichweite des Auftragsbestands – ein Indikator für die Auslastung der Betriebe – erhöhte sich im Dezember 2025 auf 8,2 Monate, nach 8,0 Monaten im November. Sie gibt an, wie viele Monate die Unternehmen bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Auftragseingänge theoretisch produzieren müssten, um die bestehenden Aufträge vollständig abzuarbeiten.
Im Bereich der Investitionsgüter stieg die Reichweite auf 11,2 Monate, bei Vorleistungsgütern auf 4,4 Monate und bei Konsumgütern auf 3,9 Monate. Berechnet wird der Wert als Quotient aus aktuellem Auftragsbestand und dem durchschnittlichen Umsatz der vergangenen zwölf Monate im jeweiligen Wirtschaftszweig.
Mit dem erneuten Anstieg im Dezember setzt sich die positive Tendenz beim Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe fort. Der Indikator gilt als wichtiger Frühmesser für die industrielle Produktion und die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland.




