Agrarpreise brechen ein – Erzeugerpreise im Dezember 8,3 Prozent niedriger

Wiesbaden, 13. Februar 2026 (JPD) – Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte in Deutschland sind im Dezember 2025 um 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken. Damit hat sich der Preisrückgang zuletzt deutlich verstärkt, nachdem die Jahresrate im November bei minus 5,7 Prozent und im Oktober bei minus 1,7 Prozent gelegen hatte. Wie das Statistisches Bundesamt (Destatis) mitteilte, gaben die Preise auch im Monatsvergleich nach und lagen 1,6 Prozent unter dem Niveau vom November 2025.

Preisverfall bei pflanzlichen Erzeugnissen belastet Agrarpreise

Ausschlaggebend für den deutlichen Rückgang waren vor allem niedrigere Preise für pflanzliche Erzeugnisse, die im Dezember um 11,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen. Besonders stark fiel erneut der Preisrückgang bei Speisekartoffeln aus, die sich binnen Jahresfrist um 48,0 Prozent verbilligten. Auch Obst war deutlich günstiger als im Dezember 2024, unter anderem Tafeläpfel mit einem Minus von 20,3 Prozent. Getreidepreise sanken um 16,0 Prozent, Futterpflanzen um 9,2 Prozent und Raps um 9,4 Prozent.

Demgegenüber verteuerten sich einzelne Produktgruppen. Gemüse kostete im Jahresvergleich 4,2 Prozent mehr, wobei insbesondere Salat, Gurken und Champignons zulegten. Wein verteuerte sich um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Monatsvergleich entwickelten sich pflanzliche und tierische Erzeugnisse gegenläufig: Während pflanzliche Produkte um 1,2 Prozent anzogen, sanken die Preise für tierische Erzeugnisse um 3,0 Prozent.

Tierische Erzeugnisse: Milchpreise deutlich rückläufig

Die Preise für Tiere und tierische Erzeugnisse lagen insgesamt 6,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Maßgeblich hierfür war der deutliche Preisrückgang bei Milch um 17,3 Prozent gegenüber Dezember 2024; auch im Vergleich zum November 2025 gaben die Milchpreise um 6,1 Prozent nach. Dagegen verteuerten sich Eier binnen Jahresfrist um 13,0 Prozent.

Die Preise für Tiere stiegen insgesamt um 1,2 Prozent. Dabei erhöhten sich die Rinderpreise deutlich um 27,1 Prozent, während Schlachtschweine 16,1 Prozent günstiger waren als ein Jahr zuvor. Geflügel verteuerte sich um 5,3 Prozent, getragen insbesondere von Preissteigerungen bei Enten und Puten.

Im Jahresdurchschnitt 2025 lagen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte um 0,3 Prozent über dem Niveau von 2024. Während pflanzliche Erzeugnisse im Schnitt um 9,6 Prozent günstiger waren, verteuerten sich Tiere und tierische Erzeugnisse um 6,5 Prozent. Insbesondere Milch, Eier und Tiere trugen zum Jahresanstieg bei, während Kartoffeln, Futterpflanzen, Gemüse und Getreide im Jahresmittel günstiger waren.

Die Entwicklung der Agrar-Erzeugerpreise gilt als wichtiger Indikator für die Einkommenslage landwirtschaftlicher Betriebe und für die weitere Preisentwicklung entlang der Lebensmittelkette.

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