Industrieproduktion sinkt deutlich – Auto- und Maschinenbau bremsen

Wiesbaden, 6. Februar 2026 (JPD) – Die Produktion im Produzierenden Gewerbe in Deutschland ist zum Jahresende deutlich gesunken. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) verringerte sich die reale, preisbereinigte Produktion im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat saison- und kalenderbereinigt um 1,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag das Produktionsniveau kalenderbereinigt um 0,6 Prozent niedriger.

Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich legte die Produktion von Oktober bis Dezember 2025 zwar um 0,9 Prozent gegenüber den drei Vormonaten zu, der kräftige Monatsrückgang im Dezember dämpfte jedoch das Jahresende. Der Novemberwert wurde zudem revidiert: Statt eines ursprünglich gemeldeten Plus von 0,8 Prozent stieg die Produktion gegenüber Oktober tatsächlich nur um 0,2 Prozent.

Produktionsrückgang trifft vor allem Auto- und Maschinenbau

Hauptursache des Einbruchs im Dezember war die schwächere Entwicklung zentraler Industriezweige. In der Automobilindustrie sank die Produktion gegenüber November um 8,9 Prozent, im Maschinenbau um 6,8 Prozent. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei der Wartung und Montage von Maschinen aus, wo die Produktion um 17,6 Prozent nachgab.

Dämpfend wirkten sich zugleich positive Impulse in anderen Bereichen aus. Die Herstellung von Metallerzeugnissen stieg um 3,2 Prozent, der Sonstige Fahrzeugbau, etwa bei Flugzeugen, Schiffen oder Schienenfahrzeugen, legte um 10,5 Prozent zu. Auch das Baugewerbe entwickelte sich stärker: Spezialisierte Bautätigkeiten und Ausbaugewerbe wuchsen um 2,5 Prozent, der Hochbau um 8,4 Prozent, sodass die gesamte Bauproduktion um 3,0 Prozent anstieg.

Die Industrieproduktion ohne Energie und Baugewerbe verringerte sich im Dezember insgesamt um 3,0 Prozent. Dabei nahm die Produktion von Konsumgütern leicht um 0,5 Prozent zu, während Investitionsgüter um 5,3 Prozent und Vorleistungsgüter um 1,2 Prozent sanken. Außerhalb der Industrie ging zudem die Energieerzeugung um 1,8 Prozent zurück. Gegenüber Dezember 2024 lag die Industrieproduktion kalenderbereinigt um 0,2 Prozent niedriger.

Energieintensive Branchen und Jahresbilanz unter Druck

Auch die energieintensiven Industriezweige entwickelten sich schwächer. Ihre Produktion sank im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat saison- und kalenderbereinigt um 0,9 Prozent. Im Dreimonatsvergleich lag sie um 0,5 Prozent unter dem Niveau der vorangegangenen drei Monate und im Vergleich zum Vorjahresmonat kalenderbereinigt um 2,6 Prozent niedriger.

Auf Jahressicht ergibt sich damit ein verhaltenes Bild für die deutsche Industrieproduktion. Im Gesamtjahr 2025 lag die Produktion im Produzierenden Gewerbe kalenderbereinigt um 1,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. In der Industrie betrug das Minus 1,3 Prozent, im Baugewerbe 1,7 Prozent, während die Energieerzeugung um 1,6 Prozent zulegte.

Der Rückgang in der Industrie wurde vor allem durch die Entwicklung in der Automobilindustrie mit minus 1,7 Prozent, im Maschinenbau mit minus 2,6 Prozent sowie in den energieintensiven Branchen getragen. Dort lag die Produktion 2025 kalenderbereinigt 2,6 Prozent unter dem Niveau von 2024 und sogar 17,8 Prozent unter dem Stand von 2021. Damit bleibt die Produktionsleistung in zentralen Industriebereichen auch im Jahresvergleich deutlich unter früheren Niveaus.

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