Militzke Verlag in vorläufiger Insolvenz – Geschäftsbetrieb läuft

Magdeburg, 28. Januar 2026 (JPD) – Der Magdeburger Schulbuchverlag Militzke hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Magdeburg hat Rüdiger Bauch vom Magdeburger Standort der Kanzlei Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Ziel ist die Prüfung von Sanierungsoptionen, um den Fortbestand des 1990 gegründeten Unternehmens und möglichst vieler Arbeitsplätze zu sichern. Die Löhne und Gehälter der vier Mitarbeitenden sind bis Ende Februar über das Insolvenzgeld gesichert.

Geschäftsbetrieb und digitale Angebote bleiben aufrechterhalten

Der operative Betrieb des Militzke Verlags läuft uneingeschränkt weiter. Bücher und Unterrichtsmaterialien werden wie gewohnt ausgeliefert, Neubestellungen sind möglich. Das Unternehmen bietet mit der Marke Militzke digital einen digitalen Unterrichtsassistenten für Philosophie, Ethik und verwandte Fächer an, der in allen Klassenstufen genutzt wird. Zudem steht kurz vor der Marktreife eine neue Lehrwerksreihe für den Sachunterricht an Grundschulen.

Der Insolvenzverwalter und die Geschäftsführung verschaffen sich aktuell einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Lage. Parallel wird geprüft, ob ein zeitnaher Einstieg eines Investors oder eine Integration in eine Unternehmensgruppe möglich ist, um den Fortbestand des Unternehmens langfristig zu sichern. „Wir suchen einen strategischen Partner. Der Investorenprozess steht allen offen“, betont Rüdiger Bauch.

Hintergrund der wirtschaftlichen Schieflage

Hintergrund für die finanzielle Notlage ist ein deutlicher Umsatzrückgang, der vor allem auf Lehrkräftemangel und Unterrichtsausfälle in den Fächern Ethik und Philosophie zurückzuführen ist. Die reduzierte Nachfrage nach Lehrmitteln führte zu Liquiditätsengpässen, die das Unternehmen aus eigener Kraft nicht mehr ausgleichen konnte.

Der Militzke Verlag entwickelt seit 1990 Lehrbücher und ergänzende Materialien für Philosophie, Ethik, Werte und Normen sowie Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde. Die Inhalte werden sowohl von unterrichtserfahrenen Lehrkräften als auch von Fachwissenschaftlern erstellt und orientieren sich an den Lehrplanvorgaben der Bundesländer.

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